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Mögliche Szenarien für die Zukunft

Publikation: Finanzmagazin |  Ausgabe: SPEZIAL Dezember 2008 | Datum: 10.12.08

Die Zeichen stehen aktuell massiv auf einer deflationären Kontraktion. Doch langfristig könnten sich auch inflationäre Impulse durchsetzen. Im aktuellen Umfeld sollten sich Anleger kein „Obama-Wunder“ 2009 erwarten.

Das globale Wirtschaftswachstum verlangsamt sich in einem atemberaubenden Tempo. Die US-Wirtschaft schlitterte im dritten Quartal 2008 mit einem geschätzten Negativwachstum von 0,3 Prozent in die Rezession und in der Eurozone hat sich das jährliche Wachstum im letzten Quartal von 1,4 auf 0,7 Prozent verlangsamt, während in China ein Wachstum von 9,0 Prozent im dritten Quartal von unabhängigen Volkswirten als nicht mehr nachvollziehbar bezeichnet wird. Das Konjunkturprogramm der Kommunistischen Partei, das bis Ende 2010 Investitionen von 16 Prozent des BIP bzw. 486,6 Mrd. US-Dollar vorsieht, hat seine Gründe. Laut Schwellenländer-Analyst und Chefredakteur des „Emerging Markets Trader“, Florian Schulz, ist das Programm ein Zeichen dafür, dass die Regierung womöglich vertuschen will, dass ein „Hard Landing“ der chinesischen Wirtschaft schon längst im vollem Gang ist. Mittlerweile erhärten sich Berichte, wonach in diesem Jahr bereits 67.000 chinesische Exportunternehmen pleite gingen, diesen Verdacht. Der Rohstoffhunger ist längst gestillt. Mittlerweile ist China als Ölnachfrage-Faktor den Wirtschaftsmedien keine Zeile mehr wert.

Warenpreise und Frachtraten auf Talfahrt

Die Zuwachsraten des chinesischen Ölkonsums sind von 17 % im Jahr 2004 bis 2007 auf 4 % zurückgegangen (Quelle: CEPMLP, University of Dundee, UK). Diese Abschwächung des Wachstums fiel in die Phase des Olympia-Booms. Bereits achtmal hintereinander hat die IEA ihre Schätzung der weltweiten Ölnachfrage für das laufende Jahr nach unten revidiert. Laut der jüngsten Prognose ist im laufenden Jahr die globale Nachfrage nach Rohöl so langsam gewachsen wie seit 20 Jahren nicht mehr und für 2008 und 2009 wurde die erwartete Nachfrage um jeweils 330.000 bzw. 670.000 bpd auf jeweils 86,2 bzw. 86,5 Mio. bpd nach unten revidiert. China sitzt aktuell auf hohen Lagerbeständen, die zu teuren Preisen aufgebaut wurden, während in den USA rezessionsbedingt ebenfalls der Treibstoffkonsum kein Thema ist. Laut einer Schätzung der OECD soll im laufenden Quartal das US-Wirtschaftswachstum um 2,8 Prozent schrumpfen, vgl. mit minus 1,4 Prozent innerhalb der OECD. Im kommenden Jahr wird in der Eurozone von einer Kontraktion im Ausmaß von 0,5 Prozent ausgegangen. Die aktuellen US-Wirtschaftsdaten lassen sämtliche Alarmglocken läuten: Per 15. November stieg der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt der Neuzulassungen zur Arbeitslosenunterstützung gegenüber der Vorwoche von 490.750 auf 506.500 und somit auf den höchsten Stand seit 1983. Die Baugenehmigungen sind weiter rückläufig und im Oktober brachen die Einzelhandelsumsätze um 2,8 Prozent bzw. um 0,7 Prozentpunkte stärker als ursprünglich von Volkswirten prognostiziert ein.

Regelrechte Krisenstimmung herrscht in der Automobilbranche. Die Zukunft von General Motors (GM), Ford, Chrysler und der deutschen GM-Tochter, Opel, hängt am seidenen Faden. In den ersten zehn Monaten 2008 (Stichtag
31. 10.) entwickelte sich in den USA der Absatz an PKWs und Kleinlastern um 14,6 Prozent auf 13.579.958 Einheiten rückläufig und im Oktober beschleunigte sich der Einbruch auf 31,9 Prozent. GMs Autoabsatz brach im Oktober sogar um 45,1 Prozent ein.

Lesen Sie den umfangreichen Artikel in der Printausgabe.

Autor: Michael Kordovsky
Foto: Intertopics

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