Wie kommt das Dorf zum Zentrum
Publikation: Architektur | Ausgabe: SPEZIAL Mai 2011 | Ressort: architektur | Datum: 29.4.11

„Wenn heute die alpinen Regionen verbaut und versaut sind, dann liegt der Grund nicht in den zentralen Verwaltungen von Bern, München, Turin, Mailand oder Wien, sondern in den kleinen Entscheidungen in den Gemeinde-stuben. Brüssel kommt viel zu spät, wir haben unsere Bergtäler schon in gediegener Heimarbeit zubetoniert ..."
... sprach Architekturkritiker Friedrich Achleitner während eines Vortrags 1994 im damaligen Architekturforum Tirol. Fährt man heute, fast 20 Jahre später, wachen Auges durch Tirol, scheint sein Kommentar in manchen Regionen nichts an Relevanz verloren zu haben. Aber es gibt erquickliche Gegenströmungen, die im Rahmen des aut-Veranstaltungsprogramms vorgestellt werden.
aut. architektur und tirol hat die Entwicklung des europäischen Dorfes und dessen Bedeutung im globalen Kontext von Urbanisierungstendenzen hinterfragt. Ziel ist eine breite inhaltliche Diskussion über das Phänomen „Dorf“ und seine Zukunftsfähigkeit. Wie kommt das Dorf zum Zentrum? Wie kommt das Zentrum zum Dorf – oder besser ins Dorf? Und wie kommt das Dorf ins Zentrum? Einzelne Gemeinden beginnen, sich zunehmend ihrer öffentlichen Verantwortung für eine soziale und baukulturelle Entwicklung bewusst zu werden. Zahlreiche Dorfzentren wurden neu organisiert – in der Absicht, den Kern zu beleben, attraktiv für Bewohner und Besucher zu sein, aber auch gleichzeitig Nutzfläche für Kommunikation und Funktion. Die Verantwortlichen haben unterschiedliche Strategien und Lösungsansätze entwickelt, die den Lebensraum „Dorf“ zukunftsfähig machen sollen. Angesichts der Abwanderung in Ballungszentren ein wichtiger Ansatz, um dieser Tendenz entgegenzuwirken.
eco.nova hat bei zwei der vorgestellten kreativen Neugestalter von Dorfzentren nachgefragt ...
Im Bild: das neue Veranstaltungszentrum in Tux













