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Who the f*** is Chipperfield?

Publikation: Architektur |  Ausgabe: SPEZIAL: Mai 2009 | Ressort: architektur | Datum: 24.4.09

Mit internationalen Architekten kennt man sich hierzulande aus – insgesamt und in Innsbruck besonders. Nach Zaha Hadid ist seit dem Hickhack um die Fassade des Kaufhauses Tyrol nun ein weiterer Name in aller Munde: David Chipperfield. Doch wer steckt hinter dem Fassadenzauberer?

Als wir seinen Namen das erste Mal hörten, dachten wir unweigerlich an David Copperfield. Aber es gibt einen gravierenden Unterscheid zwischen den beiden charismatischen Männern: Während der eine – Copperfield – ganze Mauern „verschwinden“ lässt, zaubert der andere – Chipperfield – sie aufs Papier. Nicht nur in Innsbruck, sondern auf der ganzen Welt. eco.nova hat hinter die Fassade des Architekten geblickt und ist auf einen Minimalisten gestoßen, der zeitgenössische Architektur ohne Schnickschnack entwirft. Glatte, edle Flächen, aufs Wesentliche reduzierte Räume – dabei aber ganz und gar nicht unterkühlt, sondern innovativ und charaktervoll. Und dabei ist er so herrlich am Boden geblieben – mit seiner Architektur und als Mensch.
Eine Zeitschrift betitelte ihn unlängst als „Avantklassiker“. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen ...

Baukunst auf höchstem Niveau

Architekten – besonders jenen mit Weltformat – sagt man gerne einen gewissen Hang zur Exzentrik nach. Abgefahrene, futuristische Entwürfe, die völlig an der Realität vorbeigehen und beim Thema Machbarkeit an die Grenzen der Schwerkraft und des guten Geschmacks stoßen, treffen auf ebenso abgehobene Persönlichkeiten, sie sich nur durch ihre eigenwillige Arbeit selbst übertreffen. Auffallen um jeden Preis lautet die Devise. Klotzen, nicht kleckern. Ja, solche Architekten gibt es. Zuhauf.
David Chipperfield ist keiner von ihnen. Seine Werke beeindrucken durch angenehme Zurückhaltung und fallen genau deshalb aus dem Rahmen. Der Brite weiß dem Wort Chic im wahrsten Sinne des Wortes Raum zu geben. Sein Stil ist unverwechselbar. Auf den ersten Blick einfach und dabei so raffiniert. Kein Firlefanz sorgt für optische Täuschungen und Knicke in der Pupille – Chipperfield steht für ehrliche Architektur auf höchstem Niveau. Und was gibt mehr über das Können eines Architekten preis als ein Gebäude, das durch seine Unscheinbarkeit zum Mittelpunkt wird. Wahrer Luxus ist selten laut, und Chipperfields Bauten brauchen nicht zu schreien, um gehört – oder in diesem Fall gesehen – zu werden. Chipperfield stellt nicht die Hülle in den Vordergrund, sondern bringt mit ihr den Inhalt zum Strahlen. Er lenkt mit seiner Architektur den Blick auf das Wesentliche: Die Menschen, die in seinen Häusern wohnen, die in den Museen zu Besuch sind und in den Büros arbeiten.

Finden Sie den gesamten Artikel inkl. Projektfotos in der Printausgabe.

Autor: Marina Kremser
Foto: Wolf Kommunikationsagentur GmbH (Kaufhaus Tyrol), David Chipperfield Architects, Nick Knight (Porträt)

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