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Alles wird schön – alles wird gut.

Publikation: Architektur |  Ausgabe: SPEZIAL: Mai 2009 | Ressort: architektur | Datum: 24.4.09

Tirol baut auf. Tirol baut auf eine quicklebendige Architekturszene. Tirol baut vor. Vor allem baut Tirol mit heimischen Architekten, die diese eigenwillige Topographie des Landes begreifen und schätzen. Und manchmal baut Tirol einfach nur Mist, wie beim kolossalen Bergisel-Museum. Um zu erfahren, welche Themen die Architekten aktuell beschäftigen und mit welchen Projekten und Visionen sie die Zunft nach vorne bringen, bat eco.nova um Rat bei Arno Ritter vom aut. Er schickte uns auf die Reise und von den elf Etappen erzählen wir gleich; vorab noch ein paar grob gezimmerte Gedanken.

Das Bauen liegt den Menschen im Blut. Bei vielen beginnt die Leidenschaft bereits im Sandkasten, die meisten bauen dann jahrelang allerdings nur Luftschlösser und später treffen sich alle im Baumarkt wieder. Was für ein Segen muss es da sein, diese Berufung auch als Beruf ausüben zu dürfen und dafür auch noch Geld zu bekommen. Theoretisch einzig der Schwerkraft verpflichtet und dank immer belastbarer Materialien demnächst auch darüber erhaben. Noch nie gab es in der Architektur so viele frei schwebende Gebäudeteile wie heute – Architekten als die letzten wahren Anarchisten, deswegen vielleicht die Vorliebe für schwarze Kleidung. Tatsächlich sehen sich Architekten einem Berg von Aufgaben gegenüber und es werden immer mehr. Das ist einerseits so gewünscht, weil zum Beispiel immer mehr Auftraggeber eine Komplettlösung für die Gestaltung von Innen und Außen anstreben. Und andererseits unvermeidbar, denn alles entwickelt sich rasant: die Menschen, das Material und die Meinungen.
Die Menschen: Die Landflucht geht weiter, Städte brauchen bezahlbare Wohnungen, immer mehr Kinder und Senioren einen Platz in öffentlicher Obhut, Investitionen in die Infrastruktur sind in vollem Gange.
Das Material: Glas, Stahl und Beton oder Holz, Lehm und Stein, heute ist alles möglich und das macht die Sache schön verwirrend. Aber eignen sich wirklich alle Werkstoffe für alle Bedürfnisse und Bedingungen?
Die Meinungen: Gestern noch lag das Niedrigenergiehaus hoch im Kurs, jetzt läuft ihm das Passivhaus den Rang ab und morgen wird vielleicht schon das energieautarke Aktivhaus das Maß aller Gebäude sein. Restriktive Bauordnungen, verwirrende Förderungen und fehlende öffentliche Diskussionen machen den Architekten die Arbeit nicht unbedingt leichter.

Mehr zu Tirols Architekturszene lesen Sie in der Printausgabe.

Autor: Stefan Becker
Foto: Stefan Becker

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