Schön & gut.
Publikation: Bauen und Wohnen | Ausgabe: SPEZIAL: Oktober 2009 | Ressort: eco.titel | Datum: 7.10.09

Einsicht, Aussicht, Umsicht – Architekt Wolfgang Martin Miess hat den Blick. Den Blick fürs Wesentliche. Ein Gespür für Menschen und das untrügliche (Wohn-)Gefühl. Daraus entstehen Projekte mit dem gewissen Etwas.
Tirol ist ob seiner besonderen geografischen Begebenheiten eine ebenso besondere Herausforderung für jeden Architekten. Die Aussichtslage vieler Grundstücke verleitet dabei, den Blick nach draußen zu lenken und die Natur im Gegenzug nach innen zu holen. Architekt DI Wolfgang Miess beherrscht dieses Spiel perfekt, arbeitet deshalb gerne und oft mit Glas und stellt sich auch nicht alltäglichen Umsetzungen. „Wir versuchen, speziell im Wohnbau zeitgemäße und individuelle Wege zu gehen. Das bedeutet für uns die umfassende Beratung des Kunden, eine genaue Analyse der Bedürfnisse, der vorhandenen Gegebenheiten und der persönlichen Vorstellungen, wo wir auf Wunsch von der Finanzierung bis zur schlüsselfertigen Umsetzung des Projektes zur Seite stehen.“ Auch einige Grundstücke nennt der Architekt sein eigen, was für den Interessenten den Weg zum eigenen Haus ohne langes Suchen möglich macht. Wenn Wolfgang Miess nicht selbst eine Wohnanlage darauf baut.
Besonders herausgefordert fühlt sich Miess bei Grundstücken in Hanglage: „Naturgemäß orientieren sich diese Häuser zur Sonne, fordern und fördern die Aussicht und sind deshalb immer sehr reizvolle Projekte, die das Zusammenspiel von Innen und Außen brauchen.“ Dieses Sich-zur-Sonne-Öffnen ist ideal für die Energiebilanz und lässt sich besonders am Hang mit einer qualitätsvollen Verdichtung kombinieren, die der ländlichen, unkontrollierten Siedlungsdynamik entgegenwirkt.
Doch genau diese Öffnung zum Licht stellte Miess bei einem seiner neuesten fertig gestellten Projekte vor eine große Herausforderung. In dem dreistöckigen Gebäude finden sich nämlich u. a. überdimensionale Scheiben von 3 x 6 Metern – bündig mit Boden und Decke des Hauses. Unbeschreiblich die Aussicht, ganz speziell das Flair. Und nahezu Passivhausstandard. Bei diesen Glasdimensionen kaum zu schaffen. Miess brachte es trotzdem fertig. Wie er dem ganzen Bau seine unverwechselbare Handschrift verliehen hat. Gerade Linien, mit Ausblicken und Einblicken, ein Wechselspiel aus Extrovertiertheit und Rückzug. „Ein Projekt wird immer nur so gut, wie es die Bauherren zulassen. In diesem Fall hatte ich wirklich Freude an der Arbeit. Auch wenn die Bauherren schon konkrete Vorstellungen hatten, blieb noch viel Raum für Kreativität und Ideen“, resümiert Miess.
Den gesamten Artikel inkl. Bilder des spektakulären (Einfamilien-)Hauses finden Sie in der Printausgabe.
Autor: Marina Kremser
Foto: Architekturbüro Miess













