Am Anfang war die "idee"
Publikation: Wirtschaftsmagazin | Ausgabe: Dezember 2011/Jänner 2012 | Ressort: eco.zukunft | Datum: 7.12.11
Wer sind Marius Massimo und Norbert Span? Bergfexe unter uns kennen sie zwar nicht persönlich, haben aber höchstwahrscheinlich bereits einmal durch eine ihrer Erfindungen geschaut: Seit rund einem Jahr stehen an manch hohen Alpen-Aussichtspunkten so genannte Viscopes. Das sind spezielle Fernrohre, die beim Durchschauen zusätzliche Informationen zu erscheinenden Objekten einblenden. eco.nova hat die beiden aufgrund der Initiative der Tiroler Adlerrunde kennengelernt. Sie waren die ersten Jungunternehmer, die mit der Starthilfe von erfolgreichen Tiroler Unternehmern eine gesunde, innovative Firma aufbauen konnten. Und ihre Namen sollte man sich merken, angesichts der bahnbrechenden Innovationen und neuen Entwicklungen der beiden Tiroler Erfinder ...
An die 35 dieser Weltneuheiten aus Tirol stehen schon in den Alpen, Tendenz steigend. Viscopes sollen die bisherigen Münzfernrohre ersetzen. „Besucher der Aussichtspunkte zahlen ja bereits genug, um dorthin zu gelangen, da ist eine weitere Ausgabe für die schöne Aussicht nicht mehr notwendig“, erklären Norbert und Marius, wie der Großkunde „Bergbahn“ das sieht. Recht so. Geplant sind die Spezialfernrohre allerdings nicht nur für die Berge, „auch in Städten können wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die beispielsweise von einer Aussichtsplattform zu sehen sind, für die ‚Durchschauer’ mit zusätzlichen Informationen wie Namen, Baujahr etc. versehen“, erklärt Norbert Span. Das Prinzip der zusätzlichen Information im Bild nennt sich „augmented reality“ – also „erweiterte Realität“, normalerweise computergestützt, aber bei den beiden Tüftlern aus Tirol mechanischer Natur. „Das war bereits die erste und absolut notwendige Verbesserung bei unserem eigenen Produkt: Die Viscopes bzw. die zusätzlichen Informationen hatten wir ursprünglich elektronisch mit 12-Volt-LEDs gesteuert, aber dadurch wurden ständige Wartungsarbeiten aufgrund von Blitzschlag notwendig, die wir uns nicht leisten konnten.“ Also entwickelten sie kurzerhand das Spezialfernrohr weiter, sodass es heute rein mechanisch funktioniert und allen Witterungen trotzt.
Der Gletscher bei der EXPO
Das ist noch nicht alles. Aber zurück zur eingangs gestellten Frage: Wer sind die beiden überhaupt?
Norbert Span studierte nach der HTL für Hochbau Meteorologie mit dem Schwerpunkt Klimatologie, Marius Massimo kam von der HTL für Tiefbau mit dem gleichen Entschluss an die Universität Innsbruck. Bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen stellten die beiden mittlerweile Studienfreunde fest, dass das Thema „Gletscher“ sozusagen einen weißen Fleck in Tirols Vermessungs- und Wissenslandschaft darstellt. So wurde 1990 die allererste Geschäftsidee der beiden Entrepreneure geboren: ein Gletschermuseum, um mit dem Bildungsmissstand aufzuräumen. Die Idee fand sofort Gefallen und die Stubaier und Zillertaler Gletscherbahnen motivierten die beiden, hier weiterzuspinnen. „Leider kam es dann doch nicht zu einer konkreten Umsetzung“, bedauert Norbert noch heute. Aber sie hatten mit der Idee Eindruck gemacht: Warum sonst hätten sie im Jahr 2000 von den Zillertaler Bergbahnen den Auftrag erhalten, bei der Expo in Hannover „den Gletscher auszustellen“? Die Idee: ein tausend Jahre alter, beleuchteter Gletscherwürfel mit 3-D-Projektionen und interaktiven Infoboxen. 70.000 Besucher innerhalb von zwei Wochen berührten den Tiroler Eiskubus – und waren begeistert. Wer weiß, vielleicht findet sich noch ein Investor für die Umsetzung des Gletschermuseums des Ideenteams. Zur ersten Orientierung empfehlen wir die Website der beiden innovativen Jungunternehmer: www.idee-gmbh.at
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Autor: Ulrike Delacher
Foto: BLICKFANG photography













