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Ohne Innovation kein Wachstum

Publikation: Wirtschaftsmagazin |  Ausgabe: Dezember 2011/Jänner 2012 | Ressort: eco.zukunft | Datum: 7.12.11

Was wären wir ohne Fortschritt? Ohne große und kleine Innovationen und neue Technologien? Innovationen treiben nicht nur die Wirtschaft an, sondern beeinflussen unser gesamtes Leben. Von den vielen Ideen und Erfindungen findet nur ein Bruchteil den Weg in die unternehmerisch erfolgreiche Umsetzung. Die eigens dafür gegründete Abteilung Innovation und Technologie in der Wirtschaftskammer Tirol berät, unterstützt und begleitet kleine wie große Innovationsprojekte durch Information und Beratung in verschiedenen Themenbereichen.

„Innovationen und kreatives Denken sind von unermesslichem Wert für unseren Wirtschaftsstandort Tirol“, unterstreicht WK-Präsident Jürgen Bodenseer die Bedeutung von Innovationen für unsere Wirtschaft. „Innovationen führen zu neuen Produkten, neuen Unternehmen, neuen Arbeitsplätzen und sichern damit den Standort Tirol für die Zukunft ab. Unsere Unternehmen machen aus innovativen Ideen marktreife Produkte und Dienstleistungen und schaffen somit attraktive Arbeitsplätze, die unseren hohen Lebensstandard absichern“, betont auch Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. „Innovativ zu sein bedeutet, ausgetretene Pfade zu verlassen, ein Risiko einzugehen und erfordert zudem eine Portion Mut“, hält WK-Präsident Jürgen Bodenseer im Rahmen der Verleihung des Tiroler Innovationspreises fest.

Starke Unterstützung in der Wirtschaftskammer

Um der Wichtigkeit des Themas noch mehr Nachdruck zu verleihen, wurde im Jahr 2010 die Abteilung Innovation & Technologie in der Wirtschaftskammer Tirol ins Leben gerufen. „Ich wünsche mir, dass uns die Unternehmen mit ihren Ideen und Innovationen möglichst früh kontaktieren“ appelliert DI Gernot Bock, Leiter der Abteilung. „Wir können mit unseren Experten und unserem Know-how von Anfang an beratend und unterstützend begleiten, damit ihre Erfolgschancen steigen. Da es meist um sensible Informationen geht, möchte ich betonen, dass wir selbstverständlich zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.“
Das Aufgabengebiet der Abteilung ist vielfältig und reicht zum Beispiel von Ideen- und Innovationsmanagement, Patent-Marken-Design-Schutz, Produktzulassung/Zertifizierung und Qualitätsmanagement bis zu Betriebsanlagengenehmigungen, und nicht zu vergessen die Innovationsförderungen von Land, Bund und EU. „Im Zuge von Entwicklungsprojekten kommen oft verschiedene Themen auf die Unternehmen zu, mit welchen sie vorher noch nicht zu tun hatten. Wir sind sozusagen der praktische Arzt für Innovative, die Erstanlaufstelle und das Navigationssystem in der Förder- und Expertenlandschaft“ verrät Gernot Bock.

Ein weiter Weg

Innovation ist ein kurzes Wort, eine Erfindung erfolgreich auf den Markt zu bringen, oft ein langer Weg. „Je früher sich Unternehmen oder Erfinder an die Experten der Wirtschaftskammer Tirol wenden, desto eher können wir zur erfolgreichen Umsetzung beitragen. Wir machen uns in einem ausführlichen Erstgespräch ein Bild von der aktuellen Situation und entscheiden dann, ob wir in dem Fall selbst weiterhelfen können oder an Vertragspartner oder gezielt an andere öffentliche Beratungseinrichtungen weitervermitteln“, verrät Bock. Finanzierung ist bei den meisten Projekten ein wichtiges Thema, daher ist die Kenntnis der relevanten Förderstellen und Förderungen essentiell.

Auf den Plan kommt‘s an

Auf keinen Fall planlos sollten Unternehmer oder private Erfinder mit ihren Innovationen umgehen. „Jeder Plan kann und wird in unserer schnelllebigen Zeit wieder schnell veralten, aber ganz ohne Plan ist man im Blindflug unterwegs. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, von Anfang an zu Ende zu denken, und zwar bis zum erzielbaren Verkaufspreis und Marktanteil – auch wenn’s am Anfang schwer fällt. Mögliche Schwierigkeiten werden meist frühzeitig erkannt, aber zu wenig ernst genommen. Auch an Kleinigkeiten, wie z.B. CE-Kennzeichnung oder Betriebsanlagengenehmigungen, sollte man frühzeitig denken, da es sogar daran scheitern kann“, weiß Gernot Bock aus Erfahrung. Die Experten des vierköpfigen Teams in der Wirtschaftskammer Tirol wissen um verschiedenste Eventualitäten rund um Innovationen Bescheid und können so von Anfang an vorausschauend, beratend und unterstützend zur Seite stehen.

Förderungsschlaraffenland Tirol

Einen sehr wichtigen Themenbereich der Abteilung Innovation & Technologie stellen die Förderungen dar. Obwohl wir sozusagen in einem Förderungsschlaraffenland leben, ist es als Unternehmen oder privater Erfinder oft doch sehr schwierig, sich in dem Dschungel an Förderungen zurechtzufinden. „In anderen Ländern, z.B. in der Schweiz, ist es teilweise sehr viel schwieriger, überhaupt finanzielle Unterstützung zu bekommen“ betont Bock. Es gibt in Tirol aus dem öffentlichen Bereich einige finanzielle und nichtfinanzielle Förderungen, jedoch muss man wissen, wohin man sich mit welchem Anliegen wenden kann. „Ein Unternehmen hat primär sein Geschäft zu tätigen, unsere Aufgabe ist es, sie zu unterstützen. Manchmal reicht es schon aus, die richtigen Kontakte zu knüpfen, anderenfalls wiederum sind die Leistungen wesentlich weitreichender“ so der Leiter der Abteilung Innovation & Technologie in der Wirtschaftskammer Tirol. „Einzigartig in Österreich ist der Patententwicklungspool von Wirtschaftskammer Tirol und Land Tirol. Diese Förderung gibt es nur in Tirol und ist insbesondere auch für private Erfinder gedacht. Bis zu 80 % der Patententwicklungskosten oder maximal 30.000 Euro können mit einem zinslosen Darlehen gefördert werden. Zuschuss gibt es für Gutachten, Prototypenentwicklung und betriebswirtschaftliche Umsetzungsberatung. „Wir fördern damit die erfolgreiche Entwicklung patentierbarer Tiroler Erfindungen und am Ende auch Unternehmertum.“ Ein Beispiel ist das Projekt eines Innsbrucker Gastronomen und Hobby-Aquarianers, der ein Tisch­aquarium entwickelt. In dem Tisch kann man die eleganten Fische, Korallen und Anemonen wie mit einer Taucherbrille hautnah beobachten. Bevor er zur Wirtschaftskammer gekommen ist, hatte Herr Bliem schon beträchtlich in die Entwicklung investiert. „In der Wirtschaftskammer hatte ich die richtigen Ansprechpartner. Man hat mich nicht im Regen stehen lassen, die Betreuung war sehr umfangreich und gut. Das Ingenieurbüro Mintscheff, welches man mir vermittelt hat, ist extrem hilfreich und engagiert. Ohne die Förderung würde ich außerdem sicher für die Entwicklung zwei Jahre länger brauchen“, so Helmut Bliem. Den Aquariumtisch-Prototyp kann man übrigens in seinem Café King George in der Amraser Straße begutachten.

Patente und Schutzrechte

Von sehr großer Bedeutung für neue Produkte, Innovationen und Erfindungen sind die Patente und weiteren Schutzrechte. Nicht nur eigene Schutzmöglichkeiten, sondern auch bestehende fremde Schutzrechte sind zu beachten. „Wir befinden uns nun mal in einem Rechtsraum. Wann immer ein Unternehmen etwas Neues macht, liegt es in seiner eigenen Verantwortung, darauf zu achten, dass es nicht fremde Rechte verletzt“, schildert Gernot Bock diesen umfassenden Rechtsbereich in einfachen Worten. „Erteilte Patente sind wie ein Gesetz zu beachten. Andererseits sind die Patentdatenbanken mit über 50 Millionen Patenten aber auch ein Riesenfundus für neue Ideen und man kann dort als Unternehmen durchaus auf interessante Errungenschaften stoßen.“ Wichtig ist es jedenfalls für Unternehmen, vor größeren Forschungstätigkeiten umfassend zu recherchieren, ob es nicht schon Patente gibt, die die Verwertung verhindern können. Eigene Patentanmeldungen sind gründlich zu überdenken. „Jedes Patent verursacht primär einmal Kosten. Deshalb rate ich dazu, vor jeder Anmeldung dringend eine Recherche durchzuführen. Diese Suche gestaltet sich für Laien jedoch schwierig und man sollte daher Profis wie uns, das Patentamt oder auch einen Patentanwalt zu Rate ziehen“, erläutert Gernot Bock.

Lesen Sie den gesamten Beitrag in der Printausagbe – Interview mit Gernot Bock sowie die Präsentation der Preisträger des Tiroler Innovationspreises 2011

Autor: Doris Penna

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