"Mein Herr Dr. Beyer"
Publikation: Wirtschaftsmagazin | Ausgabe: Dezember 2011/Jänner 2012 | Ressort: eco.wirtschaft | Datum: 7.12.11
Ein Gespräch mit Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf zum neuen Verfahrensombudsmann.
Rund um Funktion und Namensgebung der von der Tiroler Wirtschaftslandesrätin eingeführten Funktion eines „Verfahrensombudsmannes“, der ursprünglich „Ombudsmann für Tiroler Betriebe“ hätte heißen sollen, gab es einigen Wirbel im Vorfeld. Nach der heftigen Reaktion des Präsidenten der Tiroler Wirtschaftskammer, Dr. Jürgen Bodenseer, der in diesem Schritt einen Angriff auf die Arbeit und das Selbstverständnis der Tätigkeit der Wirtschaftskammer und des Wirtschaftsbundes sah, sprach die Landesrätin von einer Kommunikationspanne und benannte den Ombudsmann in einen Verfahrensombudsmann um. Der neue Verfahrensombudsmann, Dr. Norbert Beyer, der 40 Jahre lang für die Wirtschaftskammer Tirol, fast 20 Jahre davon als Leiter der Volkswirtschaftlichen Abteilung, tätig war, hilft seit Anfang Oktober bei „Problemen mit der Verwaltung auf EU-, Bundes- und Landesebene“. Laut Zoller-Frischauf bestand niemals die Absicht, eine Konkurrenz zum Serviceangebot der Wirtschaftskammer aufzubauen, die Angelegenheit mit der Wirtschaftskammer sei seit der Namensumbenennung in einen Verfahrensombudsmann überdies geklärt.
Als Tirols Wirtschaftsmagazin wollten wir mehr über die inhaltliche Tätigkeit, die Aufgaben und das „Jobprofil“ des neuen Verfahrensombudsmannes wissen, das ob all der Diskussionen unserer Meinung nach untergegangen war, und baten daher um ein Interview mit Herrn Dr. Nobert Beyer. Überdies hätten wir ihn gerne gefragt, wie er selbst zu der Einführung seiner Funktion in der Öffentlichkeit steht und warum weder er noch die Wirtschaftslandesrätin auf die doch naheliegende Idee gekommen waren, sich im Vorfeld mit der Wirtschaftskammer abzustimmen. Es ist bei einem Interviewversuch geblieben. Ob und warum Hr. Dr. Beyer nicht reden mochte, konnte uns nicht nachvollziehbar erklärt werden, nur dass „Herr Dr. Beyer nicht für Interviews, sondern für seine Arbeit bezahlt werde“. Dies erfuhren wir von der Wirtschaftslandesrätin, die den Interviewtermin anstelle des Verfahrensombudsmannes schlussendlich selbst wahrgenommen hat.
„Habe im Vorfeld informiert“
Gleich zu Beginn stellte die Wirtschaftslandesrätin klar, dass fälschlicherweise kolportiert wurde, sie hätte niemanden im Vorfeld über ihre Absichten hinsichtlich der Installation des nunmehrigen Verfahrensombudsmannes informiert. Sowohl der Wirtschaftskammer-Präsident als auch andere Persönlichkeiten der Tiroler Wirtschaft, wie z.B. Präsident Dr. Reinhold Schretter von der Tiroler Industriellenvereinigung, seien davon unterrichtet worden. Das Missverständnis hätte allein in der Formulierung gelegen.
Daraufhin angesprochen, kam folgende knappe Reaktion von Seiten der Wirtschaftskammer: „Erst am Freitag Nachmittag haben wir von der Idee eines Ombudsmannes für Tiroler Betriebe erfahren, am darauffolgenden Montag kam bereits die Einladung zur geplanten Pressekonferenz.“
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Autor: Barbara Liesener













