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Lust auf Zukunft? Lebenswelten 2020

Publikation: Wirtschaftsmagazin |  Ausgabe: Feber 2012 | Ressort: eco.zukunft | Datum: 2.2.12

Erinnern Sie sich noch, als vor 10 Jahren erst jeder Fünfte ein Handy besaß und mehr als die Hälfte von uns davon überzeugt war, dass wir es uns niemals vorstellen könnten, ständig ein Telefon in der Tasche zu haben? Heute, 2010, gibt es mehr Handys als Menschen, der Markt nähert sich der 120-Prozent-Marke. Jeder Fünfte hat ein Zweithandy. Oder das Thema Internet: Zu Beginn galt es als „Tummelplatz für Computerfreaks“. Heute nutzen zwei Drittel aller Menschen bis 59 Jahren das Web. Welche Veränderungen in den nächsten zehn Jahren auf uns zukommen, erläutert der renommierte Trendforscher Sven Gábor Jánszky (Bild). eco.nova ist ihm ins Jahr 2020 gefolgt – man lese und staune.

Im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums der Raiffeisen Landesbank lud man nicht zur Rückschau, sondern zum Blick nach vorn ein. Kein Geringerer als Deutschlands innovativster Trend- und Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky nahm das Publikum bei der Hand und marschierte in Richtung 2020, eineinhalb Stunden Staunen, ungläubiges Köpfeschütteln, hin und wieder auch ein Nicken und ein klein wenig Unbehagen. Und doch ... Die Aufmerksamkeit war dem Trend- und Zukunftsforscher sicher.

Ein Trendforscher ist kein Wahrsager

Im Gegenteil, er ist ein genauer Beobachter und Analytiker, schickte Jánszky zu Beginn seines Vortrags voraus. Trends basieren auf Produktentwicklung und deren Marktdurchdringung. „Zukunftsrelevant sind jene Technologien, die schon heute in Labors und Entwicklungsabteilungen so stark getrieben werden, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in zehn Jahren den Tagesablauf der Masse bestimmen“, erläuterte der Trendforscher – und stellte eine wahrscheinliche Lebenswelt im Jahr 2020 vor.

Zu viele Jobs für zu wenig Menschen

Im Jahr 2020 wird die Lebenserwartung bei 85 Jahren und höher liegen. Nichts Neues. Menschen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren werden dann noch einmal einen Neustart machen – beruflich, familiär ... Gleichzeitig werden Unternehmen sich durch den Rückgang der Geburtenrate mit mehr freien Stellen und weniger Arbeitern bzw. qualifizierten Fachkräften konfrontiert sehen, eine Entwicklung, die sich bereits heute abzeichnet. Auch im Sinne des Wissensmanagements müsse die Frage also lauten: „Wie können Menschen ab 60 dazu motiviert werden, aus freiem Willen noch weiter zu arbeiten?“

Aus denselben Gründen wird es auch mehr Jobangebote für hochqualifizierte Arbeitnehmer geben. Das führe zu einer Art „Jobnomadentum“, qualifizierte Fachkräfte werden von Projekt zu Projekt angestellt und können sich diese auch auswählen. Der Trendforscher prognostiziert: „Der Anteil von Arbeitnehmern mit befristeten Verträgen wird im Jahr 2020 rasant auf bis zu 40 % der arbeitenden Bevölkerung steigen. Viele der Jobnomaden werden spezialisierte Experten sein, die im Rhythmus von 2–3 Jahren von Projekt zu Projekt, von Unternehmen zu Unternehmen springen. Gleichzeitig verdoppelt sich der Anteil an Selbständigen im Vergleich zu heute auf 20 %. Die jetzt noch dominierenden Langzeit-Anstellungsverhältnisse werden bis 2020 auf ca. 30–40 % sinken.“

Bodytuning 2020

Keinem aktuellen Trend folgend, sondern seit jeher versucht der Mensch, Körper und Geist zu optimieren, sei es beim Friseur, durch Schönheitschirurgie oder mit dem Energy-Drink. Wir wollen einen immer schöneren, klügeren, gesünderen, leistungsfähigeren Körper – und das – angesichts der steigenden Lebenserwartung – so lange wie möglich. Den heute aktivsten Part beim täglichen Körperdesign spielt das Essen, erklärt Sven Gábor Jánszky. Functional Food, also Lebensmittel mit Zusatzfunktion, wird laut der deutschen Bundesforschungsanstalt für Ernährung im Jahr 2015 bereits die Hälfte unserer Ernährung ausmachen. Für die Zukunft bedeutet dieser Trend zur Körperoptimierung, dass die Medizin und die Lebensmittelbranche zusammenwachsen und sich damit neue Geschäftsfelder auftun werden. „Die Medizinierung des Essens ist ein Milliardengeschäft.“

Lesen Sie den gesamten Artikel in der Printausgabe.

Autor: Ulrike Delacher
Foto: iStockphoto

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