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Tirol hat viele wirtschaftliche Stärkefelder.

Publikation: Wirtschaftsmagazin |  Ausgabe: Juni 2010 | Ressort: top.500 | Datum: 31.5.10

Nicht nur die Finanz- und Wirtschaftskrise hat einiges in Bewegung gebracht. Tirol hat mit innovativen Gemeinden, Energieprojekten und dem Tourismus Stärkefelder, in denen sich in allen Regionen viel bewegt. Ein innovativer Brennpunkt ist dabei immer das Unterland und der Großraum Innsbruck. Wir haben in drei Gemeinden mit neuen Bürgermeistern – Kufstein, Wörgl, Hall in Tirol – und einer Gemeinde mit langgedientem Bürgermeister, Wattens, nachgesehen, was an Veränderungspotenzial in einem sehr lebendigen Wirtschaftsraum so alles in Bewegung gebracht und geplant wird.

Die Zukunft liegt in der Kreativwirtschaft

Mag. Johannes Tratter ist seit März Bürgermeister und Hausherr im historischen Rathaus in Hall in Tirol.
eco.nova: Wo liegen für Sie die Schwerpunkte bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Hall in Tirol in den nächsten Jahren?
Bgm. Johannes Tratter:
Eine große Herausforderung und eine wichtige Frage in Bezug auf den Wirtschaftsstandort ist die weitere Nutzung der Straub-Kaserne. Das Gelände ist im Besitz des Bundes. Mein Ziel hier ist, die Kaserne einer gewerblichen Nutzung zuzuführen. Architekturstudierende der Universität Innsbruck haben ein sehr schönes Konzept entwickelt, das eine verdichtete Bauweise für die Ansiedlung von Handwerksbetrieben vorschlägt. Für kleine Betriebe wäre das ein interessantes Modell, allerdings müssen wir uns dabei gegen andere Interessenten durchsetzen. Die europäische Entwicklung geht gerade mit dem Lissabon-Vertrag auch in Richtung von Kreativwirtschaft – gemeint ist damit die viel stärkere Verschmelzung von kreativen Berufen und Handwerk. Dafür haben wir in Tirol und in der Region sehr günstige Voraussetzungen und auch die richtigen Betriebe. Unser Konzept eines solchen Kreativzent­rums für die Straub-Kaserne würde genau zu diesen Entwicklungen passen. Natürlich kann so etwas nicht eine Stadt wie Hall alleine entwickeln, dazu brauchen wir Partner und entsprechende Investoren.

Energievisionen der Stadt Hall. Die Stadt Hall hat mit der Hall AG einen Dienstleister, der verschiedenste Energieprojekte abwickelt. Gemeinsam mit Tulfes wird derzeit gerade ein Wasserkraftwerk mit 898 kW und einer Jahreserzeugung von 2,3 Millio­nen kWh errichtet. Ein weiteres Projekt in Entwicklung ist ein Trinkwasserkraftwerk – ein Wunsch der Gemeinde Absam. Die Hall AG wird hier als Dienstleister fungieren. Die Hall AG ist über die Energie West mit einem kleinen Anteil am Innkraftwerk Breitenbach beteiligt, und im alternativen Bereich wird derzeit die Beteiligung an einem Windkraftwerk an der Ostsee überlegt. Ein wichtiges Thema bei der Hall AG ist im alternativen Bereich die Energieeffizienz. 110 Kunden haben im vergangenen Jahr ihre Gebäude thermographisch beurteilen lassen und Energieberatung in Anspruch genommen.

Wärme nutzen, die sowieso da ist

Ein interessantes Projekt in der Wärmeversorgung verfolgt die Marktgemeinde Wattens. Bgm. Franz Troppmair ist unter seinen Bürgermeisterkollegen einer der erfahrensten und hat in der Marktgemeinde Wattens schon sehr gute, aber auch schlechtere Zeiten gemeistert. Bmg. Troppmair: „Swarovski bestimmt seit 110 Jahren maßgeblich den Wirtschaftsraum Wattens und die Papiererzeugung hat seit 450 Jahren ihren Standort in unserer Gemeinde, beide Unternehmen zusammen beschäftigen derzeit ca. 5.500 MitarbeiterInnen. Auch wenn es immer wieder zu wirtschaftlichen Schwankungen kommt – die aktuelle Wirtschaftskrise ist nicht die erste, die z. B. Swarovski bewältigen muss –, sind die beiden Unternehmen die stabilen Elemente unserer Wirtschaft.“

Fernwärme von Innsbruck bis Wattens. Ambitioniert ist ein großes geplantes Fernwärmeprojekt, bei dem die Gemeinden Wattens und Rum gemeinsam mit den Innsbrucker Kommunalbetrieben die Abwärme der örtlichen Industrie nutzen und als Fernwärme für private Haushalte bereitstellen. Bgm. Franz Troppmair: „Das Projekt steht bereits in den Startlöchern. Es wurde bereits eine eigene Tiroler Fernwärmegesellschaft gegründet und wir werden 2011 mit den ersten Leitungsverlegungen bzw. Anschlüssen beginnen. Das Projekt ist für alle Partner ein Gewinn: Wir machen in einem sehr dicht besiedelten Raum vorhandene Energie zu günstigen Tarifen nutzbar und sparen damit fossile Brennstoffe ein.“

Lesen Sie den gesamten Artikel in der Printausgabe.

Autor: Barbara Wildauer

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