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Mergers & Acquisitions: Unternehmenserwerb zwischen Lotterie und Strategie

Publikation: Wirtschaftsmagazin |  Ausgabe: Oktober 2011 | Ressort: eco.zukunft | Datum: 7.10.11

Bei rund 6.000 Unternehmen in Österreich stellt sich jährlich die Frage nach der Unternehmensnachfolge. Rund 500 Betriebsübergaben finden jedes Jahr allein in Tirol statt. Allerdings zeigen Studien, dass 40 bis 60 Prozent dieser „Fusionen und Übernahmen“ (Mergers & Acquisitions) eher wertvernichtend als wertsteigernd sind. Am Management Center Innsbruck (MCI) werden die Risiken erforscht. In einem Forum am 4. November informieren Experten, wie ein Unternehmenserwerb nicht zu einem Lotteriespiel wird.

Am Markt für Unternehmenstransaktionen ist derzeit ein deutlicher Aufwärtstrend zu bemerken: Mit einem Volumen von 2,4 Billionen US-Dollar wurde 2010 wieder annähernd das Level des Jahres 2008 erreicht. Die Tendenz ist weiter steigend. In den Medien wird allerdings häufig nur von den kartellrechtlich relevanten Übernahmen bei Großunternehmen berichtet. M&A-Transaktionen werden mit Personalabbau, feindlichen Übernahmen und der Profitgier internationaler Großbanken in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich beispielsweise bei den jährlich rund 500 Betriebsnachfolgen in Tirol zum Großteil nicht um Großunternehmen, sondern um KMUs. „Es gibt zwar keine genauen Werte für Österreich, aber die KMU Forschung Austria geht davon aus, dass zwi­-
schen 2009 und 2018 über 57.000 KMUs in Österreich übergeben werden“, erklärt Ralf Geymayer, Leiter des Departments & Studiengänge „Management & Recht“ und „International Business & Law“. Diese Anzahl von Betriebsübergaben verdeutlicht die hohe wirtschaftliche Bedeutung dieses Themas.

Know-how einkaufen

Fusionen und Übernahmen werden grundsätzlich in drei zeitliche Phasen geteilt: Es gibt eine Pre-Merger-,eine Merger- und eine Post-Merger-Phase. „Alle drei spielen beim Erfolg oder Misserfolg eine große Rolle“, erklärt Geymayer. „Zirka 30 Prozent der Risiken liegen in der Pre-Merger-Phase. Etwa 10 Prozent in der Zeit, wo das Unternehmen, das man erwerben will, rechtlich und steuerlich durchleuchtet wird, also der Merger-Phase. Die restlichen rund 60 Prozent betreffen die Post-Merger-Phase, also die Zeit, in der es darum geht, Synergien zu heben und die Unternehmenskulturen aneinander anzugleichen.“ Aufgrund der hohen Anzahl von wertvernichtenden Transaktionen ist es insbesondere für KMUs von großer Bedeutung, sich bei einer Betriebsübernahme gut vorzubereiten. „KMUs sollten sich das notwendige Know-how für alle drei Phasen einkaufen“, rät der Ex-
perte. „Zum Teil wird dies zwar auch gemacht, dann aber vor allem in der Merger-Phase, in der Anwaltskanzleien und Steuerberater damit beauftragt werden, rechtliche und steuerliche Aspekte auszuloten. Allerdings liegt in dieser Zeit nur ein Teil der Risiken.“

Lesen Sie weiter in der Printausgabe.

Autor: Barbara Hoffmann
Foto: BLICKFANG photographie

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