Datensicherheit: Regierungen und Geheimdienste weltweit vertrauen Technologie aus Tirol
Publikation: Wirtschaftsmagazin | Ausgabe: Oktober 2011 | Ressort: eco.zukunft | Datum: 7.10.11
Wie sicher sind meine Daten? Das ist eine aktuelle Frage, die für Unternehmen oder Internetuser in Zeiten von Cloud Computing und Social Media immer wichtiger wird. Auch der diesjährige IT-Kongress am BFI Tirol am 20. Oktober widmet sich dem Thema Datensicherheit. Einer der Referenten, Markus Coll von mils electronic (im Bild), erklärt, wie Regierungen und Geheimdienste ihre hochsensiblen Daten schützen: Kunden aus 60 Ländern vertrauen Produkten des Tiroler Unternehmens die Verschlüsselung ihrer Top-Secret-Informationen an.
Wer das Gebäude von mils electronic betritt, glaubt auf den ersten Blick nicht, dass in diesem unscheinbaren Gebäude eines der weltweit führenden Unternehmen für die Verschlüsselung hochsensibler Regierungsdaten untergebracht ist. Der Betrieb mit 25 Mitarbeitern ist seit über sechzig Jahren in diesem hoch spezialisierten Nischenmarkt erfolgreich. In Mils werden Produkte für Regierungen, Militärs oder Geheimdienste in rund 60 Ländern weltweit produziert und entwickelt, die es ermöglichen, Top-Secret-Nachrichten absolut sicher zu verschlüsseln. 1947 wurde das Unternehmen von einem ehemaligen Nachrichtenoffizier in Trier in Deutschland gegründet. Seit 1967 ist der Betrieb in Mils angesiedelt. Aufgrund des Beitritts von Deutschland zur NATO musste der Firmenstandort in das „neutrale“ Österreich verlegt werden. Da „mils electronic“ informationstechnisch sensible Produkte erzeugt, ist es notwendig, für die Ausfuhr Genehmigungen vom Wirtschaftsministerium einzuholen. „Nach dem NATO-Beitritt von Deutschland war es zunehmend schwieriger geworden, Kunden aus Nicht-NATO-Staaten weiterhin zu beliefern“, sagt Markus Coll, Head of Marketing.
Unbrechbare Verschlüsselung
Von Beginn an setzt das Unternehmen auf das so genannte One-Time-Pad-Verfahren (Einmalverschlüsselung). „Das ist das einzige, wissenschaftlich nachweisbar, unbrechbare Verschlüsselungsverfahren, das es weltweit gibt“, erklärt Coll. „Es wurde 1917 von einem amerikanischen Techniker erfunden.“ Die Produkte von mils electronic ermöglichen es dem Kunden, Schlüsseldaten zu erzeugen, die nicht auf einem Algorithmus, also einer mathematischen Formel beruhen, sondern auf Zufall. „Dementsprechend kann der Schlüssel nicht berechnet werden“, erklärt Coll die Vorteile des Systems.
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Autor: Barbara Hoffmann
Foto: Florian Schneider













