Schuhschachtel oder professionelle Buchhaltung?
Publikation: IT | Ausgabe: SPEZIAL Jänner 2011 | Datum: 10.12.10
Spezialisiert und topausgebildet präsentiert sich die Berufsgruppe der Buchhalter in der WK Tirol und leistet vor allem bei KMUs unverzichtbare Dienste. Denn Unternehmer sollen sich auf ihr Unternehmen konzentrieren können und das Rechnungswesen den Profis überlassen.
Es gibt wohl unzählige Unternehmer und vor allem Gründer, deren Fokus auf dem unternehmerischen Fortkommen liegt und weniger auf dem trockenen Gebiet des Rechnungswesens, das auch noch ständig neuen gesetzlichen Bestimmungen unterliegt. Eine funktionierende Buchhaltung ist jedoch nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch ein essentieller Stützpfeiler eines Unternehmens. Denn wenn Kalkulation, Buchhaltung und Rechnungswesen nicht funktionieren, wird auch der Geldfluss im Betrieb nicht der beste sein. Was tun also bei einer Betriebsgröße von klein- und mittelständischen Unternehmen, die vielleicht noch keine eigene Buchhaltungsabteilung zulässt? Selber wurschteln und hoffen, dass alles gut geht? Diese Philosophie mag bei vielen Kleinunternehmern gerade so recht und schlecht durchgehen, besonders zielführend für das Unternehmen wird es wohl aber weniger sein.
Und hier kommen die Buchhaltungsberufe ins Spiel. Neben Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern bie-ten sich vor allem die Bilanzbuchhalter, Buchhalter und Personalverrechner für diese diffizilen Agenden im Unternehmen an. Sie haben jede Menge Erfahrung, eine fundierte Ausbildung und sind der Schweigepflicht verschrieben, was dem Unternehmer auch Stillschweigen über seine finanzielle Situation vergewissert. Eine gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung von mindestens 30 Stunden per anno bietet dem Unternehmer auch die Sicherheit, dass sein selbstständig tätiger Buchhaltungsexperte stets mit allen gesetzlichen Änderungen vertraut ist und schon aus Eigeninteresse immer nach bestem Wissen und Gewissen für das Unternehmen arbeiten wird.
Individuell, flexibel und mit persönlichem Einsatz
In der Realität leisten die im Bilanzbuchhaltergesetz geregelten selbstständigen Berufe Bilanzbuchhalter/in, Personalverrechner/in und Buchhalter/in bei Bedarf sehr viel mehr als die reine Abwicklung der Buchhaltung. Ob an einem Schreibtisch im Unternehmen situiert oder nach Abholung aller Unterlagen im eigenen Büro versprechen viele selbstständige Buchhalter ein wesentlich umfangreicheres Angebot als zum Beispiel die zwar auch sehr hoch qualifizierten, aber dafür oftmals auch höherpreisigen Steuerberater. Und vor allem für Umsatzgrößen bis zu Euro 373.000,– per anno dürfen und können die qualifizierten und selbstständigen Bilanzbuchhalter auch die Bilanz legen. Bei Umsatzgrößen darüber hinaus erledigen die Buchhalter die gesamte Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, sämtliche monatlichen Abrechnungen, die Kostenrechnung, führen das Kassabuch, sortieren Belege und leisten Jahresabschlussvorarbeiten für den Steuerberater.
Rarität Personalverrechner
Rar gesät sind Personalverrechner, dieses Berufsbild zählt zu den Top 10 gesuchten Berufen. Derzeit zählt die WK Tirol lediglich 7 aktive Personalverrechner nach BiBuG, dazu kommen jedoch auch noch einige Bilanzbuchhalter, die zudem Personalverrechner sind. Die persönliche Einsatzbereitschaft der Personalverrechner sucht ihresgleichen, vor allem bei saisonalen touristischen Betrieben. „Bei Saisonstart der Schischule stehe ich auch an Sonn- und Feiertagen wie z.B. von Weihnachten bis 6. Jänner täglich zur Verfügung, um für meinen Kunden die fristge-
rechten An- und Abmeldungen (vor Antritt der Arbeit – ein Teil der Schilehrer wird nach Bedarf eingestellt) an die GKK ordnungsgemäß durchzuführen! So muss sich in dieser hektischen Zeit im Betrieb niemand um die möglichen Avisomeldungen kümmern“, bestätigt Catrin Wurzenrainer, selbstständige Buchhalterin aus Jochberg.
Autor: Doris Penna













