Das Zeitalter des eTourismus hat längst begonnen
Publikation: IT | Ausgabe: SPEZIAL Jänner 2011 | Datum: 10.12.10

Bereits heute werden 28 % der Hotelzimmer online gebucht, in fünf Jahren wird es laut der jüngsten ÖHV-Studie sogar jedes zweite Zimmer sein. Ein unaufhaltbarer Trend, dem sich auch die häufig kleinstrukturierte Hotellerie und Zimmervermietung in Tirol nicht entziehen kann. Der Arbeitskreis eTourismus hat sich auf diese Problematik spezialisiert und möchte vor allem all jene touristischen Betriebe ins neue Zeitalter begleiten, denen die technischen und personell-zeitlichen Ressourcen dazu fehlen.
Wer mit den aktuellen Entwicklungen nicht Schritt hält, wird schnell überrannt. Und so ist eTourismus längst unentbehrlich, um in der Tourismusindustrie wettbewerbsfähig zu bleiben. „eTourismus ist nicht die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart. Die meisten Touristen suchen online und immer mehr buchen auch online“, weiß Bernhard Rieder vom Online-Buchungslösunganbieter seekda und Arbeitskreisleiter eTourismus.
Das touristische Networking
Um sich international behaupten zu können, bedarf es vor allem eines: Vernetzung. Der Netzwerkgedanke im Tourismus ist seit jeher mehr Notwendigkeit als Novum. Wenn Informationsbedarf, hohe Aktualität und Qualität der Daten insbesondere von Relevanz sind, geht der Trend von Website zu Webpräsenz und für den Touristen damit vom aktiven Suchen zum assoziativen Finden.
Das Social Web verändert die Tourismuswirklichkeit. Freundschaften auf MySpace, Gruppen auf Facebook, Nachrichten auf DIGG, Fotos auf flickr, Events auf Upcoming, Podcasts auf iTunes, Neuigkeiten auf Twitter und viele mehr machen die Möglichkeiten zur Interaktion schier unendlich. Im eTourismus soll ein Unternehmen im Idealfall geradezu ohne Suchen gefunden werden, und dies heißt möglichst alles zu nutzen, was das Social Web zu bieten hat.
Arbeitskreis eTourismus
Die Wirtschaftskammer Tirol hat nun mit dem Arbeitskreis eTourismus Tirol eine neue Expertenplattform geschaffen, die sich diesen Herausforderungen gemeinsam stellt.
„Die Alpen und insbesondere Tirol haben als Touris-musdestination weit über Europa hinausreichende Bedeutung. Das Internet als touristisches Informationsmedium verändert das Konsumverhalten, aber auch die Tourismuslandschaft. Das Thema eTourismus, also touristische Informationen und Leistungen, die mit Hilfe des Internets angeboten und bezogen werden können, wird auf dem Stand aktuellen Wissens und entsprechender Technologien diskutiert und in der Öffentlichkeit stärker positioniert“, schildert Rieder die aktuelle Situation.
„Die extreme Geschwindigkeit der Entwicklung des Internets macht es Klein- und Mittelbetrieben im Tourismus schwer, Schritt zu halten. Die Auswahl und der Einsatz des geeigneten Mix an Online-Marketinginstrumenten im richtigen Kosten-Nutzen-Verhältnis scheint oft eine unlösbare Aufgabe zu sein“, kennt auch Ing. Mag. Karl Zeller, fit4biz Online Marketing, die aktuelle Problematik.
Und tatsächlich kann sich keiner mehr diesem Trend verschließen, denn bereits in fünf Jahren wird laut der jüngsten ÖHV-Studie jedes zweite Zimmer online gebucht werden. Ein Trend, der vor allem die kleinstrukturierten Betriebe in Tirol hart treffen könnte. „Das Urlaubsland Tirol besteht vorwiegend aus kleinstrukturierten Hotels, Ferienwohnungen und privaten Vermietern“, meint Barbara M. Thaler, Geschäftsführerin von urlauburlaub.at. „Viele dieser Vermieter haben nicht die technischen, personellen oder zeitlichen Ressourcen, um alle notwendigen Instrumente und Möglichkeiten zu nutzen, um sich und ihre Angebote im Internet optimal zu vermarkten und Umsätze zu lukrieren. Diese Gruppe gilt es ins große Potential eTourismus zu begleiten und zu beraten.
Die Mission
Der AK eTourismus zeigt Potentiale des Internets entlang der touristischen Wertschöpfungskette auf und unterstützt Tiroler Touristiker – insbesondere Unterkunftsbetriebe – und deren Interessengemeinschaften im Tourismus in der optimalen Nutzung dieses Mediums (Werkzeuge, Instrumente, Techniken). Unterstützt wird durch State-of-the-art-Fachinformation, Beratung, Veranstaltungen, Wegweiser und Standards.
„Mit dem Arbeitskreis eTourismus wird eine Expertenplattform geschaffen, um den Herausforderungen und Chancen durch Wissensaustausch und gemeinsame Aktionen zukunftsweisend zu begegnen“, erläutert Rieder das Tätigkeitsfeld des Arbeitskreises e-Tourismus, „Damit wollen wir für UBIT-Mitglieder und touristische Leistungsträger Nutzen durch geballtes Expertenwissen generieren. Der Arbeitskreis unterstützt UBIT-Mitglieder mit Experten-Know-how und aktuellen Inputs. Weiters setzt der AK eTourismus Impulse, um den Stellenwert des eTourismus zu erhöhen“, führt der Arbeitskreisleiter Bernhard Rieder weiter aus.
„Nur mit aussagekräftigen neutralen Zahlen und Erfahrungswerten zum Thema eTourismus und Onlinevermarktung können wir unsere Hotelkunden bei den Werbeinvestitionsentscheidungen gut beraten, darin sehe ich den größten Nutzen für die heimischen Beherbergungsbetriebe“, ist Mag. Alexander Rauter, trendmarketing Tourismusberatung, überzeugt.
„Der Arbeitskreis eTourismus Tirol dient als neutrale Plattform zum Wissens- und Ideenaustausch, für Networking und Kooperation insbesondere im Bereich Tirol”, bringt Arbeitskreisleiter Bernhard Rieder die Ziele des Arbeitskreises auf den Punkt.
Autor: Doris Penna













