Gesund in die Jahre kommen – aber wie?
Publikation: Kapital Gesundheit | Ausgabe: SPEZIAL Oktober 2011 | Ressort: gesund.heit | Datum: 6.10.11
Man kann nicht früh genug damit anfangen und trotzdem ist es nie zu spät: Gesund älter werden. Menschen mit 50 sind ja keineswegs alt, aber sie sollten so weise sein, den Weg in ein hohes Lebensalter voller Würde, physischer und psychischer Gesundheit und Qualität zu kennen und sich danach richten. „Denn es kommt nicht so sehr darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.“ (Werner Mitsch, deutscher Aphoristiker)
Die moderne Alternsforschung bringt es auf einen kurzen, aber vielsagenden Nenner: Die fünf Ls – Lieben, Lachen, Laufen, Lernen und Laben – gelten als Vorbeugung und Heilung von Erkrankungen, die mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten. Gemäß dem Motto „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“ widmen wir uns dem
ersten „L“, dem Laufen.
Bewegtes Leben
Es gibt laut Sportmedizinern eigentlich keinen Grund, der gegen körperliche Aktivität spricht. Sport empfiehlt sich in jedem Alter – einerseits als präventivmedizinische Maßnahme gegen altersbedingte Abbauprozesse wie Osteoporose (Knochenschwund) und Sarkopenie (Muskelatrophie) und andererseits als Therapie bei jeglicher Form von chronischer Erkrankung. Allerdings gilt es dabei einiges zu beachten, damit man den größten Nutzen erzielt. Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen reiner Bewegung und einem individuell abgestimmten Training, das Wachstumsprozesse im Körper auslöst. Ausdauertraining gilt als wirksame Prophylaxe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ab 50 gewinnt Krafttraining mehr an Bedeutung, weil es hilft, die Muskulatur als wesentliches Stützelement des passiven Bewegungsapparates aufzubauen. Kräftige Muskeln bedeuten auch starke Knochen. Soll das Training möglichst effizient und verletzungsarm vonstatten gehen, empfiehlt sich eine fachärztliche Beratung durch den Sportmediziner oder zumindest eine Beratung durch einen gut ausgebildeten Fitnesstrainer.
Sport als Medikament
Dr. Kurt A. Moosburger ist Internist, Sport- und Ernährungsmediziner mit Praxis in Hall und kennt fast alle Geheimnisse rund um den Gesundheitsfaktor Sport. „Ab dem 30. Lebensjahr verliert ein körperlich inaktiver Mensch jährlich ca. ein Prozent seiner Muskelmasse, ab 50 baut man vermehrt Muskel- und Knochenmasse ab. Körperliche Aktivität kann diesen Prozess verlangsamen, vermeiden und sogar rückgängig machen. Die Muskulatur ist das größte Organ, das Zucker aufnimmt und Fett verbrennt und somit Einfluss auf den Stoffwechsel nimmt.“ Blutzucker und Plasmainsulin werden durch körperliche Betätigung reduziert, Blutfette günstig beeinflusst und der Energieumsatz gesteigert. Durch regelmäßigen Ausdauersport tritt ein sogenannter Betablocker-Effekt auf, der den Blutdruck senkt, das gesamte Gefäßsystem wird ‚sauber‘ gehalten und auch der Hormonhaushalt und das Immunsystem ‚kommen oder bleiben in Schwung‘. Allerdings sollte man nicht wild drauflostrainieren, sondern sich ein individuelles Training erstellen lassen, das die motorischen Grundeigenschaften Muskelkraft und Ausdauerleistungsfähigkeit optimiert. Auf die richtige Dosis von Trainingsintensität, -dauer, -häufigkeit und -umfang kommt es nämlich an und gerade beim Krafttraining muss der genaue Bewegungsablauf erst erlernt werden, um Verletzungen zu vermeiden.“ Dr. Moosburger war einst selbst Leistungssportler und ist nunmehr überzeugter Hobbysportler, der auch als Sportcoach fungiert.
Lesen Sie den gesamten Artikel in der Printausgabe. Außerdem: Was die Ernährung zum gesunden Altern beitragen kann.
Autor: Petra Paur













