Mit Grippe ist nie zu spaßen.
Publikation: Kapital Gesundheit | Ausgabe: SPEZIAL: Oktober 2009 | Ressort: kapital.gesundheit | Datum: 7.10.09
Tirol erlebt fast jedes Jahr eine Grippewelle und die Schweinegrippe wird natürlich auch in Tirol von den zuständigen Stellen wie der Landessanitätsdirektion genau beobachtet. Auf der Universitätsklinik steht der Bereich
Infektologie und Immunologie bereit, wenn es zu einer Grippeepidemie kommt, an der Universitätsklinik Innsbruck wird aber auch an ganz neuen Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten gegen Infekte geforscht.
Sanitätsrat Dr. Christoph Neuner hat die Aufgabe, Institutionen und Systempartner im Gesundheitsbereich zu koordinieren und die Entwicklungen in Tirol zu beobachten und mit Maßnahmen zu begleiten.
Dr. Christoph Neuner: „Wir haben jedes Jahr eine Grippewelle. Heuer machen wir in einer groß angelegten Plakataktion auch aufgrund der durch die Schweinegrippe höheren Sensibilität nochmals auf die Maßnahmen aufmerksam, wie man sich generell gegen Grippe und Infekte schützen sollte. Grippe und Infektionen werden vor allem durch Tröpfchen übertragen: durch niesen, husten, sprechen. Und es sollte auch nicht vergessen werden, dass die Keime unter Umständen auch außerhalb des Körpers mehrere Stunden überleben können – zum Beispiel auf Türklinken.“ Wichtige Maßnahmen sind Abstand von einem Meter zu infizierten Personen, häufiges Handewaschen und Niesen z. B. in die Armbeuge statt in die Hand, die Sie dann dem Nächsten reichen. Regelmäßiges Lüften, viel Bewegung, fit zu sein und ausgewogene Ernährung tragen auch dazu bei, gesund zu bleiben. Schutzmasken hingegen bringen wenig, ein Meter Abstand zu anderen Personen hat in der Regel den gleichen Effekt. Wer erkrankt ist, sollte auf jeden Fall zu Hause bleiben und die Ansteckungsgefahr so minimieren und am besten den Hausarzt zu Rate ziehen, was zu tun ist.
Schweinegrippe ist derzeit kein Thema
Dr. Neuner: „Wir erwarten die Grippe so wie jedes Jahr und raten auch zur Grippeimpfung, vor allem für Personen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben – sei es aufgrund von Kontakt mit vielen Menschen oder durch körperliche Beeinträchtigungen wie Alter, Immunerkrankungen etc. Ausschlaggebend für die Intensität der Grippe sind jedes Jahr eine Vielzahl an Faktoren wie zu Grunde liegende Virenstämme, Wetter und Intensität der Erkrankung. Die Grippe an sich ist eine schwere Erkrankung mit hohem Fieber, Gliederschmerzen, Schwäche, Husten und eventuell auch Lungenerkrankungen und dauert meist mindestens zwei Wochen. Wir beobachten die Entwicklungen rund um die Schweinegrippe, es gibt derzeit keinen Grund, sich zu fürchten. Was derzeit aber natürlich niemand sagen kann, ist, was passiert, wenn sich eine starke Grippewelle mit der Schweinegrippe intensiviert. Ab Oktober wird ein neuer Impfstoff zur Verfügung stehen. Jeder, der will, kann sich impfen lassen, wichtig ist allerdings, dass sich nur gesunde Menschen impfen lassen. Bei einer bereits ausgebrochenen Grippe kommen andere Behandlungsmethoden zum Einsatz und es sollte auf jeden Fall der Arzt dazu konsultiert werden.
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Autor: Barbara Wildauer













