... einen Löffel für die Mama, einen für den Papa ...
Publikation: Kapital Gesundheit | Ausgabe: SPEZIAL: Oktober 2009 | Ressort: kapital.gesundheit | Datum: 7.10.09
Adipositas kommt vom lateinischen Wort „adeps“/fett und bedeutet im übertragenen Sinne Fettleibigkeit –
also extremes Übergewicht mit krankhaften Auswirkungen. Beide Erscheinungen – Übergewicht und krankhafte Fettleibigkeit – zählen zu den so genannten Lifestyle-Erkrankungen. Betroffen sind viele Erwachsene, aber seit einigen Jahren leider auch immer mehr Kinder.
In Tirol leiden 7.300 Kinder an Übergewicht, dazu kommen 4.700 Kinder, die sogar als adipös – als extrem übergewichtig – gelten. Gerade bei unseren Kleinen wirkt sich Fettleibigkeit fatal aus und beeinträchtigt ihr aktuelles und besonders das spätere Leben in Form von schwerwiegenden Folgeerkrankungen. Aber es ist nicht zu spät – in Tirol wird dem Übergewicht und der Adipositas bei Kindern auf vielfältige Weise „zu Leibe gerückt“: Neben der medizinischen Abklärung an der Kinderklinik Innsbruck in der Stoffwechselambulanz sind Schul-, Haus- und Kinderärzte für das Thema sensibilisiert. Kindercamps und Ernährungsberater sind alarmiert und speziell geschult. Verschiedene Programme der Präventivmedizin sollen auf das Problem aufmerksam machen, um gravierende Folgeschäden für Kinder zu vermeiden.
Zahlen zeigen eine gefährliche Entwicklung
Weltweit schlagen Mediziner und Ernährungsberater Alarm: Die Anzahl der Betroffenen dieser schleichenden Lifestyle-Erkrankung steigt enorm. Das renommierte medizinische Journal The Lancet veröffentlichte kürzlich eine ernüchternde Langzeitstudie: Während beispielsweise in der Gruppe von 6- bis 11-jährigen Kindern in den USA der frühen 70er Jahre rund 4 % adipös waren, stieg die Zahl innerhalb von 15 Jahren auf mehr als das Dreifache – nämlich auf 13 % –
an. In Österreich hat eine aktuelle Studie ähnliche erschreckende Zahlen aufgezeigt: Von rund 114.000 untersuchten Kindern zwischen 6 und 14 Jahren wiesen 21 % der Buben und 18 % der Mädchen ein zu hohes Körpergewicht auf. „Bei insgesamt 7 % sprechen wir sogar von Adipositas im Kindesalter. Das sind mehr als wir bisher angenommen hatten“, verdeutlicht Oberärztin Dr. Sabine Scholl-Bürgi von der Kinderklinik Innsbruck die bestürzenden Angaben. „Im Jahr 2006 lag die Zahl der Gesamtbevölkerung in Tirol bei 700.427 Menschen, davon 73.864 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. Rund 10 % dieser Kinder – also 7.300 – leiden an Übergewicht, rund 6 %, also 4.700 Kinder, sind adipös – also extrem fettleibig! Derzeit verzeichnen wir eine jährliche Zunahme an Adipositas-Abklärungen von mehr als 100 Patienten in unserer Stoffwechselambulanz.“ Dabei gibt es Kleinkinder, die mit einem Jahr 10 Kilogramm auf die Waage bringen, oder Zweijährige mit 20 kg – „und so weiter im Zehnerschritt. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs“, so die Kinderärztin.
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Autor: Ulrike Delacher













