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Charlotte Dumas REPOSE

Publikation: Kunst |  Ausgabe: SPEZIAL September 2010 | Ressort: galerien.künstler | Datum: 8.9.10

9. September – 6. November 2010 im FO.KU.S,BTV Stadtforum

FO.KU.S präsentiert in seiner Herbstausstellung die erste Werkschau der jungen niederländischen Fotografin Charlotte Dumas in Österreich. Charlotte Dumas, geb. 1977, zeigt in der Ausstellung ernsthafte, berührende Porträts von Tieren: Straßenhunde in Palermo, Rennpferde in Frankreich oder Tiger und Wölfe in ihren Gehegen. Die Bilder entstanden in den letzten Jahren auf ausgedehnten Reisen. Sie porträtiert Tiere, die in enger Beziehung zu den Menschen leben zwischen dem Paradies und dem „außerhalb“. Die Porträts von Tieren werden zu Metaphern für menschliche Befindlichkeiten und Charakterzüge, sie bieten Bilder vielfältiger Emotionen. Durch die Intimität der einfühlsamen Nahaufnahme gewinnt Dumas dem Genre der Tierfotografie eine neue Dimension ab. Mit ihrer Arbeit erweckte sie internationale Aufmerksamkeit.
Charlotte Dumas studierte an der renommierten Gerrit-Rietveld-Academie in Amsterdam. Dort entstanden ihre ersten Tier-Porträts von fünf Polizeihunden, entstanden aus der Faszination der Abbildung kontrollierter Aggression. In den folgenden Jahren fokussierte sie ihre Arbeit auf die Abbildung von Tieren in besonderen Situationen, wie Polizeipferde in Frankreich (Four Horses), Militärpferde in Neapel (Day is Done), Wölfe in Gehegen in Norwegen (Reverie) und immer wieder Straßenhunde (Heart Shaped Hole).
Ihre Bilder loten die Beziehung zwischen Menschen und Tieren aus, es ist das konstante Element in ihrer Arbeit. Dumas fotografiert Tiere, die in enger Beziehung zum Menschen leben und die für sie eine wichtige Rolle spielen: Tiere, die vom Menschen gezähmt oder trainiert werden für einen bestimmten Zweck, entweder für eine spezielle Arbeit oder wegen ihres besonderen Erscheinungsbildes. Jedes dieser Tier lebt in der Umgebung der Menschen, meist in Gefangenschaft. Dumas verwendet in ihren Fotografien traditionelle Formate, setzt die Subjekte in das Bildzentrum porträtierte Momente konzentrierter Ruhe. Die Psychologie der Porträtkunst spielt eine entscheidende Rolle in ihrer Arbeit. Sie betont, keine Tierbilder zu machen, sondern Porträts von Tieren.
Dumas arbeitet immer in Serien, im Schnitt ein Jahr an einem Thema, indem sie intensiv und mit großem Einfühlungsvermögen die Tiere in ihrem Umfeld studiert und beobachtet. Eine kleine Anzahl von Bildern wählt sie zuletzt aus, sechs bis neun pro Serie. Da Dumas niemals ein Teleobjektiv verwendet, ist die Distanz, die der Betrachter der Bilder sieht, die reale Distanz zum Tier. Das erfordert eine Reihe von Vorkehrungen: Es ist leichter, die physische Distanz zu überwinden, um ein Pferd oder einen Hund zu porträtieren, als einen Wolf oder einen Tiger. Oft fotografiert Dumas die Tiere liegend, weil diese Position die Verletzlichkeit der Tiere noch betont.

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