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Das Ranking, die Trends und die Sammler

Publikation: Kunst |  Ausgabe: SPEZIAL Oktober 2011 | Ressort: kunst.spezial | Datum: 6.10.11

Die Wirtschaftskrise hat auch den Kunstmarkt nicht kalt gelassen, das Spitzensegment des Kunstmarktes hat sich jedoch in den letzten zwei Jahren relativ rasch erholt. Wer das österreichische Ranking anführt, welche Tiroler darin eine große Rolle spielen und was es mit der „Spezies Sammler“ auf sich hat.

Auf „artprice“, der internationalen Kunstdatenbank, die rund 450.000 Künstler und 27 Millionen detaillierte Auktionsresultate analysiert, wird von einer „tief-
greifenden Veränderung des Marktes“ gesprochen. Gründer und Chef Thierry Ehrmann beobachtete früher vermehrt Impulskäufe, nach der Krise ortet er mehr den vorsichtigen Käufer, der auf bekannte Namen setzt. Zeitgenössische Kunst ist die medienwirksamste, die in den vergangenen Jahren an gesellschaftlichem Ansehen gewonnen und so auch eine Vielzahl neuer Sammler angezogen hat. Dieser Trend hat junge Künstler an die Spitze geführt: Der 38-jährige Foto- und Installationskünstler Markus Schinwald aus Salzburg wurde nicht zuletzt aufgrund seines rasanten Aufstiegs ausgewählt, der österreichische Vertreter der 54. Kunstbiennale in Venedig zu sein. Seine Arbeiten liegen derzeit zwischen € 3000,- und € 60.000,-. Für die Preisgestaltung zeichnen im Wesentlichen die zwei Internetdienste „artnet“ und „artprice“ verantwortlich. Dort kann man gegen Gebühr den Marktwert jedes Künstlers nachlesen. ExpertInnen sind sich zwar einig, dass Kunst aus Leidenschaft gekauft werden sollte, doch der Kunsthandel ist ein Wirtschaftszweig, der mit der Börse vergleichbar ist: Es gibt Verkäufer und Käufer, die einen handeln schnell und kurzlebig, die anderen warten ab und setzen auf Beständigkeit. Auch mit Fachjargon wird nicht gegeizt: Zu einem der größten „Blue Chips“ zählt Picasso. Unter den zehn teuersten Kunstwerken der Welt sind zwei des großen spanischen Malers, dessen Gesamtwerk auf 50.000 Stück geschätzt wird.

Rangliste der wichtigsten 10

Von Experten erstellte Ranglisten sind am Kunstmarkt wichtige Parameter zur Orientierung. Das österreichische Magazin FORMAT hat 470 österreichische KünstlerInnen von 60 Juroren nach ihrer künstlerischen Bedeutung, ihrem kommerziellen Erfolg und ihrer zukünftigen Entwicklung mittels Punktesystem beurteilt. Die Siegerin 2011 heißt erneut Maria Lassnig. Die 92-jährige Kärntnerin, die sich seit Jahren den Themen Körperlichkeit und Körperempfinden widmet und die weibliche Position in der Gesellschaft drastisch reflektiert, wurde mit 1023 Punkten zur wichtigsten österreichischen Künstlerin gewählt. Gefolgt von Franz West mit 1008 Punkten: Der 64-jährige Wiener machte sich seit den frühen 80er Jahren mit dreidimensionalen Plastiken und Rauminstallationen einen Namen. Seit den 90ern lässt West Sitzmöbel aller Art entstehen, die verfremdet und ironisiert die Grenze zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand auflösen sollen. Platz 3 teilen sich Günther Brus und Hermann Nitsch. Beide Künstler zählen zu bedeutenden, radikalen Vertretern des Wiener Aktionismus und sind beide gleichen Jahrgangs: 1938, also 73 Jahre. Arnulf Rainer erreichte bei den Juroren mit 910 Punkten Rang 5. In den 50er Jahren gehörte er der „Galerie St. Stephan“ an, der vom Priester Otto Mauer gegründeten Malgruppe. Später überarbeitete er Fotografien und stilisierte Übermalungen zu seiner „Kunst über Kunst“. Der vergangenes Jahr verstorbene Bildhauer Bruno Gironcoli errang mit 880 Punkten Platz 7 im FORMAT-Ranking. Der multimedial inspirierte Skulpteur Erwin Wurm landete mit 866 Punkten auf Platz 8 und die Medienkünstlerin Valie Export errang mit 863 Punkten Platz 9. Auch zur Gruppe der Wiener Aktionisten gehörte der Fotograf Rudolf Schwarzkogler. Er ist bereits 1969 nach einem Sturz aus dem Fenster gestorben und rund um seinen Tod ranken sich viele Mythen. Es konnte bis heute nicht festgestellt werden, ob es sich um einen Unfall oder um Suizid handelte. Seine konzeptuellen Fotografien werden heute hoch geschätzt und brachten mit 859 Punkten Platz 10 ein.

Lesen Sie den gesamten Artikel in der Printausgabe.
Inkl. einer Aufstellung der wichtigsten Künstler Österreichs und der Top-Künstler aus Tirol.

Autor: Julia Sparber
Foto: fotolia

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