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Nachhaltigkeit in unaufdringlicher Eleganz statt buntem Design.

Publikation: Lifestyle |  Ausgabe: SPEZIAL Juli 2010 | Ressort: möbel.trends | Datum: 29.6.10

Solid, einfach und echt – so das Motto in Mailand, auf einen kurzen Nenner gebracht. Glanz und Glamour hingegen waren gestern. Man hat erkannt: Ein paar schräge Möbel machen noch keinen guten Raum.

Die tonangebenden Marken zeigen sich verhalten charmant und kultivieren Funktionalität und Nachhaltigkeit, ohne dabei bieder zu wirken. Im Gegenteil: Nicht mehr Birkenstock ODER repräsentative Eleganz, sondern das eine tun und das andere nicht lassen. Martin Wetscher vom gleichnamigen Einrichtungshaus in Fügen: „Noch nie gab es eine so hohe Qualität. Der Gedanke, die Welt zu retten, ist in der Einrichtungsbranche angekommen – in puncto umweltschonender Herstellung wie in der langfristigen Verwendung.“ Die führenden Marken matchen sich nicht mehr krampfhaft um neue Modelle. Vielmehr besteht die Herausforderung heute darin, die bestehenden in ihrer Funktionalität und im Komfort stark weiterzuentwickeln. Beispiel: Viele kleine Details wie das leichte Absägen der Sitzfläche – kaum sichtbar, aber hochwirksam. Komfort zeigt sich auch in der Menge an Beistelltischen in verschiedenen Höhen und für verschiedene Zwecke.
Massives Holz ist damit im Möbeldesign selbstverständlich geworden. Mailand zeigte sehr viele Naturmaterialien und Naturfarben, die jedoch fein verarbeitet und elegant kombiniert werden. Das schafft Vertrauen und Wärme und verführt zum ungenierten Wohlfühlen.

(Keine) Farbe bekennen

Viel Weiß, zarte, helle Farben, helle Hölzer – es überwiegen feine, der Natur abgeleitete Farbtöne, die sanft mit echten und edlen Materialien wechseln. Dazu gehören alle Farben in noblen Sand- und Grautönen, Weiß, Rosa, Lila und Senftöne. Schwarz dient als Kontrapunkt. Wenn überhaupt, dann setzen starkes Petrol, Grün und Türkis Akzente. Auffällig Buntes hingegen suchte man in Mailand vergebens.
In Bezug auf die Materialien gab es massives Holz, Hochglanzlack, niedere Tische und viel Vintage zu sehen: Der klassische Perserteppich zum Beispiel kommt als „Teppich auf dem Teppich“ und als Patchwork daher. Auch hier zeigt sich der Wunsch zur Rückkehr zum Echten und Authentischen und ein ungenierter, frecher Umgang mit Altem. Hahnentritt- und Fischgrätmuster feiern Renaissance, Strickmuster und -ware ebenso.

Foto: Wetscher

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