Der Reiz der 1000 Meilen.
Publikation: Wohlfühlen | Ausgabe: SPEZIAL März 2010 | Ressort: uhren.schmuck | Datum: 24.2.10
Mythos Mille Miglia. Das 1000-Meilen-Rennen von Brescia nach Rom und zurück hat schon vieles erlebt. Leider nicht immer nur Schönes. Wodurch es 1957 auch zum Stopp des Rennens kam. 1977 wurde der große Name wiederbelebt und gehört bis heute zum italienischen Nationalinventar. 1988 unterstützte dabei erstmals Chopard das berühmte Rennen und wurde mit den dazugehörigen Chronographen selbst zur Berühmtheit.
Dies wird keine Geschichte über Autos, denn die lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben, wenn die heurige Mille Miglia (5. bis 9. Mai 2010) selbst Geschichte ist. Hier und heute geht es um zwei große Namen, die seit 1988 untrennbar miteinander verbunden sind. Chopard und die Mille Miglia, eine Leidenschaft mit Bestand.
Die Mille Miglia – ein Mythos, eine Leidenschaft, aber auch ein Stück Kultur und Lifestyle. Wir befinden uns im Jahr 1925, als vier junge Männer aus Brescia – Graf Franco Mazzotti, Graf Aymo Maggi, Renzo Castagneto und Giovanni Canestrini – eine Vision hatten: ein Straßenrennen zu organisieren, das in ihrer Heimatstadt beginnt und endet, um damit Brescia ins Zentrum des Motorsports zu rücken. Wie sich herausstellte, war die Idee gar nicht so abwegig, denn zwei Jahre später fiel in der Via Rebuffone der erste Startschuss. Teilnehmer: stattliche 77 Wagen. Die Premiere gewann übrigens ein OM aus Brescia mit einer Zeit von 21 Stunden, 4 Minuten und 48 Sekunden und somit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 77 km/h. Seit der Premiere gewannen fast nur italienische Fabrikate wie Alfa Romeo, Ferrari oder Lancia, zweimal konnten sich jedoch auch „Ausländer“ an die Spitze setzen – davon ein Mercedes-Benz 300 SLR im Jahr 1955 mit einer unglaublichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,62 km/h.
Leider fiel die Mille Miglia aber nicht immer nur positiv auf. 1938 geriet das Rennen ob eines Unfalls mit einer Straßenbahn in die Kritik und wurde in ihrer derzeitigen Art verboten. So wurden die Stadtdurchfahrten gestrichen und 1940 ein nur ca. 165 km langer Kurs insgesamt 9-mal befahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand das Rennen wieder in gewohnter Weise statt, bevor es 1957 zu einem schweren Unfall mit Todesopfern kam und die Mille Miglia eingestellt wurde. Zwischen 1958 und 1961 wurde sie noch als eine Art Rallye veranstaltet, bevor das Rennen endgültig beendet wurde.
Im Jahr 1977 wurde das legendäre und schönste Autorennen der Welt wiederbelebt und hat nichts von seiner damaligen Faszination eingebüßt. Jährlich zieht die Mille Miglia Millionen Menschen in ihren Bann. Heute geht es jedoch nicht mehr um Geschwindigkeit, sondern darum, Zeitvorgaben möglichst genau zu erfüllen. Es wird nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeiten gefahren, stattdessen stehen Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit im Mittelpunkt. Der Zugang zum Traditionsrennen ist streng limitiert. Bis auf wenige Ausnahmen werden nur Oldtimer zugelassen, die zwischen 1927 und 1957 gebaut wurden, also zu jener Zeit, als es die ursprüngliche Mille Miglia noch gab. Pro Jahr dürfen exakt 375 Oldtimer teilnehmen, dabei wächst die Bewerberzahl stetig an. Gerade deshalb umgibt die Mille Miglia eine ganz eigene Aura, die bis auf das Publikum übergreift – vor allem, wenn die Autos nach dem Start in einer großen Schlange durch die Innenstadt von Brescia fahren, bevor sie in drei Etappen über Siena und Florenz nach Rom aufbrechen und dabei die schönsten Landschaften und Provinzen Italiens queren. Tausende von Zuschauern säumen alljährlich die Straßen, um dem „fahrenden Museum“ zuzusehen.
Zwei große Namen ergeben ein noch größeres Ganzes
1988 unterstützte Chopard erstmals das berühmte Rennen und präsentierte im selben Jahr den ersten 1000-Miglia-Chronographen.
Von Anfang an verstand Familie Scheufele die Partnerschaft mit der Mille Miglia nicht als passives Engagement, sondern nahm jedes Jahr persönlich an dem Rennen teil. Karl-Friedrich Scheufele, selbst begeisterter Liebhaber klassischer Rennsportwagen, hatte die Idee, einen Mille-Miglia-Chronographen zu entwerfen, da er nicht zu Unrecht der Meinung war, Freunde schöner Autos hätten auch ein Faible für feine Zeitmesser. Schließlich spielen in beiden Fällen höchste Präzision und Eleganz eine entscheidende Rolle. Das Design für die Uhr sollte deshalb betont sportlich und das Werk auch für Zeitmessungen während eines Autorennens geeignet sein. 1988 wurde diese Idee schließlich in die Tat umgesetzt und damit der Grundstein für eine der erfolgreichsten Chopard-Kollektionen gelegt.
Infos zum 2009er-Chronographen sowie zur Classic-Race-Kollektion finden Sie in der Printausgabe.
Autor: Marina Kremser
Foto: Chopard













