05.07.2019

Scheiterhaufen

Scheitern ist (k)eine Option.

Es gibt Situationen, in denen erst das Scheitern zum Erfolg führt. Glorifizieren sollte man es dennoch nicht. Scheitern kann lehrreich sein. Schmerzhaft ist es allemal. Scheitern ist ein Kontinuum. Man kann Tag für Tag ein wenig scheitern und daraus lernen oder aber – die weniger lehrreiche Seite des Scheiterns – existenziell scheitern und fortan als gescheiterte Existenz gelten. Das ist bei uns häufig auch ein persönliches Fiasko.

 

Allenthalben wurde in den vergangenen Jahren die Forderung nach einer wie auch immer gearteten „Kultur des Scheiterns“ laut. Damit geht auch einschlägige Literatur einher, die dem Scheitern seinen Schrecken nehmen will. Eine kurze Recherche spült fluffige Titel wie „Die Kunst des spielerischen Scheiterns“, „Scheitern, na und?“, „Vom Glück des Scheiterns“, „Lässig scheitern“ oder für Eilige, die lieber stressig scheitern, „30 Minuten gescheit scheitern“ an die Oberfläche. Zwar setzt nur ersterer Titel laut Untertitel auf die Clownmethode (sic!), aber ganz hundertprozentig ernst sollte man wohl keinen dieser Ratgeber nehmen. Wenn man vom Scheitern schreibt, gibt es derart viele Gemeinplätze und Plattitüden, dass sie sich unmöglich alle umschiffen lassen.

 

Resilienz gegenüber Misserfolg

 

Fast jeder von uns ist leidenschaftlich daran interessiert, etwas zu finden, worin er gut ist, und darin so hervorragend zu werden, dass er davon leben kann. Jemandem zu raten, er möge beruflich nur seiner Leidenschaft folgen, kann aber ein gefährlicher Irrweg sein. „Wenn es mühsam ist, wenn es sich wie Arbeit anfühlt, lass deine Finger davon!“ Diese Einstellung kursiert vor allem in der Start-up-Sphäre. Erfolg kann gleichbedeutend sein mit einer Resilienz gegenüber dem Misserfolg. Jeder Mensch versagt manchmal, erlebt Tragödien. Man wird entlassen, verliert Menschen, die man liebt, und hat von Zeit zu Zeit wirtschaftlichen Stress. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Fähigkeit, zu trauern und dann weiterzumachen.

 

Runter vom Scheiterhaufen

 

Seinen ganz eigenen Zugang zum Scheitern pflegt auch Tirols Wirtschaftskammer-Chef Christoph Walser, den wir für ein Interview (nachzulesen auf Seite 74) getroffen haben: „Prinzipiell hat die Gesellschaft ein Problem damit, wenn ein Unternehmer in Konkurs geht, weil das Geschäftsmodell nicht funktioniert hat oder aus unzähligen anderen Gründen. Ich kämpfe dafür, dass man einem Unternehmer auch einmal zugesteht, scheitern zu können. Wenn jemand mit seinem Unternehmen nicht erfolgreich war und dieses am Ende des Tages geschlossen wird, ist das mit einem gesellschaftlichen Stigma verbunden. Scheitern hat einen Beigeschmack der Unfähigkeit. Den Gründern und Unternehmern sollte das Scheitern erlaubt sein, ohne dass man sie gleich am Scheiterhaufen verbrennt. Etwas zu probieren ist das, was Wirtschaft eigentlich ausmacht. Das kann mit Erfolg, aber eben auch mit Misserfolg verbunden sein. Unternehmer sind Menschen, keine Roboter. Und Menschen können auch Fehler machen, Pech haben und scheitern. Dann wäre es wichtig, wieder aufstehen zu können und es erneut zu probieren. Wer nichts versucht, kann auch nichts gewinnen. So werden wir als ganze Gesellschaft nicht weiterkommen und in der Wissenschaft auch nicht.“

 

Fast jeder von uns wird in seinem Leben – privat und/oder beruflich – auch einmal scheitern. Man kann sich dadurch entmutigen lassen oder Resilienz zeigen. Das bedeutet: aufstehen, Krone richten, weitergehen.

 

Text: Marian Kröll

Foto: shutterstock

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