Die heimlichen Champions.

Publikation: | Ausgabe: Dezember 2009 | Ressort: eco.titel | Datum: 09.12.2009

Nicht viele Menschen im Land kennen ihre Namen und wohl noch weniger wissen, was sie eigentlich tun. Doch das wird sich ändern: eco.nova besuchte neun Firmen in Tirol, die eines vereint: Sie sind Marktführer auf ihrem Gebiet und stellen sich täglich dem internationalen Wettbewerb. Die Unternehmen verbindet neben individuellen Tugenden eine sagenhafte Exportquote – und feste Wurzeln in Tirol. Denn mittlerweile entwickelt sich das traditionelle Tourismusland zum modernen Exportland. Und welchen Anteil unsere glorreichen neun daran haben, das lesen Sie jetzt.

Tirol toppt Austria. Früher hinkte das kleine Land im Export immer hinterher, doch die Zeiten sind vorbei. Im reinen Warenverkehr konnte Tirol seine Position ausbauen und liegt nun mit einer Exportquote von 42 Prozent gleichauf. Addieren sich dann noch die Dienstleistungen aus dem Tourismus hinzu, landet Tirol bei sensationellen 67 Prozent – Österreich erreicht 60 Prozent. Mit ein Grund dafür sei Tirols fulminante Aufholjagd in den vergangenen Jahren, sagt Gregor Leitner, Abteilungsleiter in der Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer: „Knapp hinter der Steiermark erreichte Tirol von 1996 bis 2006 durchschnittliche Steigerungsraten im Export von 12 Prozent – Österreich lag bei 8 Prozent.“
In den vergangenen beiden Jahren konnte Tirol seine Exportumsätze trotz Krise konstant auf einem Niveau von 10 Milliarden Euro behaupten und auch für 2009, das schon mächtig im Zeichen des Minus steht, zeigt Tirol seine Stärke: Leitner rechnet hier mit Umsatzeinbußen von 10 bis 15 Prozent, während Österreich sich eher zwischen 15 und 18 Prozent bewegt. Klassischerweise landen die meisten Exporte bei den direkten Nachbarn und da macht auch Tirol keine Ausnahme: 29 Prozent der Exporte gehen nach Deutschland, 13 Prozent nach Italien und 8 Prozent in die Schweiz. Damit landet allein die Hälfte bei den großen drei und insgesamt bleiben 85 Prozent der Leistungen in Euro­pa –
nach Übersee in die USA gelangen 5 Prozent und auf der Ostrute landen 6 bis 7 Prozent in Asien. Auch Russland und China haben noch nicht die Bedeutung –
dafür aber eine große Dynamik, sagt Leitner.
Und diese Dynamik nutzen zum Beispiel die folgenden Firmen. Natürlich existieren noch weitere exportorientierte Unternehmen im Land, doch diese glorreichen neun sollen exemplarisch zeigen, wie sie ihre Märkte in der Fremde und Ferne erobert haben. Mit einzigartigen Ideen, höchster Qualität und einer gehörigen Portion Mumm – denn Risiko gehört da zum Geschäft. Frei nach dem Motto: andere Länder, andere Sitten. Doch wer sich darauf einlässt, kann eigentlich nur gewinnen. Deshalb organisieren Leitner und sein Team regelmäßig Reisen zu den neuen Märkten und bieten den Unternehmen über die Wirtschaftskammer ein Netz von weltweit 100 Außenwirtschaftsbüros als Ansprechpartner.
„Einerseits sind auch die heimischen Märkte dynamischer und damit schwieriger geworden – aber was spricht dagegen, auch ein paar Kilometer weiter in Bayern oder Südtirol seine Kunden zu finden? Da beginnt ja bereits der Export, es muss gar nicht in die exotische Ferne gehen. Auch der einfache Onlineshop fungiert heute als selbstverständliches Instrument für den internationalen Handel. Da können sich auch kleine Unternehmen gut positionieren und auf sich aufmerksam machen“, sagt Leitner. Wer sich die Homepages der heimlichen Champions anschaut, wird dort auf eine Vielzahl von Sprachen treffen, doch eine sprechen alle: die der Innovation.

In der Printausgabe stellen wir Ihnen unsere "Hidden Champions" vor.

Autor: Stefan Becker

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