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Zukunft

Gesundheits-Mission

6.4.2021

Den Megatrend Gesundheit gestalten.

Tirol kannte Sandra Ückert vor ihrem Antritt als neue Rektorin der UMIT TIROL vor allem aus dem Urlaub. Von den Möglichkeiten an der Universität mit Gesundheitsschwerpunkt zeigt sie sich überzeugt und will voller Tatendrang die Drittmittelquote erhöhen, Weiterbildungsformate deutlich ausbauen und setzt dabei auf die Ergänzung der Präsenzlehre durch zeitgemäße digitale Formate.


eco.nova: Welche Ziele verfolgen Sie in den kommenden Jahren konkret mit der UMIT? 

Sandra Ückert: Die große Herausforderung in der Zukunft ist, generell die Balance zwischen Wissenschaft und Wirtschaftlichkeit zu meistern, weil die UMIT TIROL eine Privatuniversität ist. Natürlich geht es auch um Weiterentwicklung in den Bereichen Forschung und Lehre und im Bereich des gesellschaftlichen Engagements. Die UMIT TIROL soll in der Gesellschaft sichtbarer werden und ein klares Profil nach außen haben, damit potenzielle Studierende wissen, welches Angebot wir haben, und auch Kooperationspartner aus der Wirtschaft mit uns rechnen können. 


Lassen sich Exzellenz in der Lehre und Forschung miteinander vereinbaren, wenn viele Ressourcen für die Forschung und die Einwerbung von Drittmitteln gebunden sind? 

An unserer Universität ja, weil dort genau dafür ausgewiesene Professoren und Akademiker arbeiten, die das können. Ein Grundziel einer Universität ist, dass die Lehre forschungsgeleitet ist. Das unterscheidet uns von Fachhochschulen, an denen die Forschung und Nachwuchsförderung nicht diesen hohen Stellenwert hat.


Eine Pandemie ist kein erfreulicher Anlass, hat aber den Menschen sehr drastisch die Bedeutung der Gesundheit vor Augen geführt. Nehmen Sie einen solchen Bedeutungszuwachs wahr?

Ja. 


Erwarten Sie in einer Welt nach Corona bleibende Änderungen in der universitären Wissensvermittlung? 

Ja. Viele haben erst durch Corona gemerkt, dass es noch andere Lehrformate gibt als den klassischen Präsenzunterricht. Dass der Professor vor 300 Studierenden im Hörsaal sein Manuskript vorliest, ist didaktisch nicht das, was man heutzutage von der Lehre einer modernen Universität erwartet. Es gibt mittlerweile sehr effektive digitale Ergänzungen für die Präsenzlehre, um mehr Support, Individualität und Flexibilität ins Studium zu bringen. Das sind auch asynchrone, dem Lernstand angepasste und feedbackorientierte Digitalformate, die zu einem hohen Lernerfolg führen. Den Trend gibt es seit über 20 Jahren. Die Lerneffektivität lässt sich dadurch deutlich erhöhen. Es geht jedoch nicht um den Ersatz von Präsenzlehre, sondern um die richtige Mischung. 


Im universitären Kontext wird in den vergangenen Jahren viel über die sogenannte Third Mission gesprochen, die gesellschaftliches Engagement der Universitäten meint. Wie ist diese neuere universitäre Aufgabe hier verwirklicht? 

Gesellschaftliches Engagement ist ein ganz wichtiges Themenfeld, das wir in Zukunft noch forcieren wollen. Wir sind die Landesuniversität von Tirol und wollen die Third Mission durch die regionale Verankerung vorantreiben. Das werden wir institutionell unterstützen, weil wir das nicht nur den Professoren aufbürden können. Das gesellschaftliche Engagement will gebündelt und gesteuert werden, um den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu intensivieren.


Die Third Mission ist nicht ganz selbstlos, sondern wohl auch ein taugliches Mittel, um sich stärker ins Bewusstsein zu rufen, Werbung in eigener Sache zu machen? Die Strahlkraft und Sichtbarkeit lassen sich dadurch sicher erhöhen, was wiederum Kooperationen erleichtert. Wir wollen für die Region wissenschaftliche Erkenntnisse generieren, aber auch die Bedarfe der Region in Richtung Studienangebot und auch Forschungsfragen eruieren.

Die UMIT TIROL ist nicht nur hier in Hall, sondern auch in Landeck und Lienz – in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck – tätig. Wie kleinteilig sind Universitätsstandorte überhaupt sinnvoll? Das Dependance-Modell macht sehr großen Sinn. Es ist sinnvoll, in Tirol flächendeckend präsent zu sein, auch wenn es kleinere Dependancen sind. Wir sind im Westen, in der Mitte und im Osten vertreten. Das ist auch für die Region wichtig. Derartige Modelle sind generell im privaten Hochschulkontext zukunftsweisend. Es ist nicht sinnvoll, von einem Standort aus zu meinen, sternförmig überall agieren zu können. Die beiden Standorte Lienz und Landeck sind ganz fest implementiert und werden auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Interview: Marian Kröll
Aus: eco.nova Nr. 03 / April 2021

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