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Geld

Corona-Krise sorgt für Vorsorgeboom

22.2.2022

Die Corona-Pandemie beschäftigt Österreich auch nach zwei Jahren sehr intensiv. Neben gesundheitlichen Folgen entstehen nachteilige finanzielle Auswirkungen für viele Menschen. Trotzdem wollen viele mehr fürs Alter vorsorgen. Das ergab eine Umfrage von IMAS International im Auftrag von Erste Bank, Sparkasse und Wiener Städtische, bei der Ende 2021 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen zum Einfluss der Corona-Krise auf das Spar- und Vorsorgeverhalten sowie deren Zukunftserwartungen beantworteten.

Befragt man die TirolerInnen wie ihre generellen Erwartungen für die kommenden zwölf Monate aussehen, zeigen sich 38 % skeptisch, ein Drittel zuversichtlich und 23 % besorgt. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklungen und einer potenziellen Veränderung der persönlichen Lebensqualität erwarten 47 % eine Verschlechterung, 38 % ein Gleichbleiben und nur 13% eine Verbesserung. 

„Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Bedeutung der privaten finanziellen Vorsorge mit 89 % ein All-time-high erreicht hat und mit durchschnittlich 226 € pro Monat für Pensions- und Gesundheitsvorsorge österreichweit noch nie höher war. Persönlich glaube ich, dass hier die Pandemie – neben all den negativen Aspekten – einen positiven Einfluss auf das Vorsorgebewusstsein vieler Menschen hat. Jetzt kommt es darauf an, Taten folgen zu lassen“, sagt Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen und verantwortlich für den Bankenvertrieb Marke s Versicherung.

Wie Corona das Vorsorgeverhalten beeinflusst

Der durchschnittliche Betrag für private Pensions- und Gesundheitsvorsorge ist auf 226 € gestiegen. 2020 waren es noch 161 €. 25% der Befragten in Tirol geben außerdem an, dass sich ihre Vorsorgestrategie durch Corona verändert hat: Der Großteil (95%) möchte in Zukunft noch mehr für die Vorsorge ausgeben. 

„Auf die Frage nach den Top-Vorsorgethemen der TirolerInnen, also jenen Lebensbereichen, für die man jedenfalls gerne bereit ist, privat ergänzend vorzusorgen, fällt das Ergebnis eindeutig aus: Klar auf Platz 1 mit 72 % wird die Pension genannt. Mit 69 % bzw. 66 %  folgen die Gesundheit sowie die finanzielle Reserve für Krisenfälle. Erst danach mit 61 % kommt die Familie, so Hans Unterdorfer, Vorstandsvorsitzender der Tiroler Sparkasse.

 

Ansparprozess so früh wie möglich

Ausschlaggebend für jede finanzielle Vorsorgemaßnahme ist der Zeitpunkt, zu dem man mit dem Ansparprozess beginnt. 

„Fragt man die Tirolerinnen und Tiroler,wann sie sich zum ersten Mal mit dem Thema auseinandergesetzt haben, nennen mehr als zwei Drittel (69 %) das Lebensalter zwischen 16 und 35 Jahren. Im Rückspiegel betrachtet sagen sogar 83 %, dass dies das richtige Lebensalter ist, sich über Vorsorge zu informieren und dann aber auch tatsächlich ein Produkt abzuschließen“, meint Bartalszky.

Der Anstoß, sich mit der Vorsorgethematik auseinanderzusetzen, sollte nach Meinung von 66 % der Befragten aus der eigenen Familie, für jeden Zweiten von der Schule, der Ausbildungsstätte bzw. der Universität (52 %) und für 42 % von Seiten der Bank bzw. der Versicherung kommen. Hinsichtlich finanzieller Vorsorge verstehen 94 % der Menschen im Land, ein finanzielles Polster sowie Sicherheit für Notfälle (jeweils 91 %) zu haben. 84% sehen die finanzielle Absicherung im Alter als zentrales Motiv für private Vorsorge. 

Anlage-Klassiker weiterhin ganz oben

Zudem wurden TirolerInnen gefragt, welche Produkte sie im Rahmen ihrer privaten Vorsorge bevorzugen. Dabei zeigt sich, dass die wichtigsten Kriterien in der Veranlagung – neben einer möglichst hohen Flexibilität der Produkte – zwar immer noch die Sicherheit bzw. ein geringes Risiko sind, aber mittlerweile auch das Thema Rendite und Zinsen wieder stärker in den Fokus rücken. 

„Und das ist auch gut so, denn ohne die Beimischung von Wertpapieren und Fonds sind heute – Stichwort Niedrigzins bei steigender Inflation – keine Erträge mehr zu erzielen“, so Unterdorfer.

Die Top3 Vorsorgeprodukte der Menschen in Tirol sind das Sparbuch (64 %), die Lebensversicherung (51 %) und der Bausparvertrag (46%). Danach punkten aber bereits Immobilien (32 %), Wertpapiere(24 %) sowie Fondssparpläne (21%) und Gold/Edelmetalle mit 21%

TirolerInnen priorisieren nachhaltige Veranlagung

Das Thema der nachhaltigen Veranlagung gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. So gibt bereits mehr als jeder zweite Befragte (56 %) an, dass ihm Nachhaltigkeit bei der persönlichen Vorsorge bzw. Veranlagung wichtig ist. Auf die Frage, ob nachhaltige Finanzprodukte in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden, gehen gar 67 % der Befragten ganz klar davon aus – nur 7% glauben das nicht. Jeder Fünfte in Tirol veranlagt bereits in Fonds. 

„Mit diesem Spar- und Anlageverhalten steuern die TirolerInnen nicht nur gezielt niedrigen Zinsen und Inflation entgegen. Besonders erfreulich ist auch, dass sich dabei sehr viele für nachhaltige Fonds entscheiden. Damit leisten die TirolerInnen im Rahmen ihrer Veranlagung und Vorsorge einen wesentlichen Beitrag für Gesellschaft und Umwelt und treffen eine bewusste Entscheidung für eine nachhaltige Zukunft“, betont Unterdorfer

Im Bild: Manfred Bartalszky (Vorstand Wiener Städtische, Bankvertrieb Team sVersicherung), Hans Unterdorfer (Vorstandsvorsitzender Tiroler Sparkasse) und Paul Eiselsberg (Studienleiter IMAS Institut)

Fotonachweis: Thomas Steinlechner

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