
Es gibt Hotels, die sind einfach ein Ort zum Schlafen. Und es gibt Häuser, die bereits beim Ankommen ein Gefühl auslösen. Darin zeigt sich, warum Architektur eine solch große Rolle spielt. Gute Hotelarchitektur schafft nicht nur schöne Räume, sie beeinflusst unsere Stimmung, unsere Wahrnehmung und letztlich auch, wie wir uns erholen. Gerade im Urlaub suchen wir bewusst nach Orten, die uns inspirieren und entschleunigen. Wer zu Hause Wert auf ein schönes Umfeld, Materialien, Licht und Atmosphäre legt, möchte darauf auch auf Reisen nicht verzichten. Im Gegenteil. Gerade dann nehmen wir Räume noch intensiver wahr. Architektur kann Geborgenheit schaffen, Ruhe vermitteln oder neue Perspektiven eröffnen und entscheidet maßgeblich darüber mit, wie ein Aufenthalt in Erinnerung bleibt.
Wie kraftvoll Architektur wirken kann, zeigt das OLM Nature Escape in Sand in Taufers. Der Name als Dialektwort für Alm nimmt dabei Bezug auf die Lage inmitten des Tauferer Ahrntals, sein Umriss steht für den endlosen Kreislauf der Zeit. Das Haus ist ein architektonisches Statement und fügt sich gleichzeitig vollkommen selbstverständlich in die Umgebung. Seine kreisrunde Form – anfangs durchaus skeptisch betrachtet, mittlerweile mit aufrichtigem Applaus belohnt – fühlt sich an wie eine sanfte Umarmung. Viel Lärchenholz, Glas und natürliche Materialien sorgen dafür, dass Innen- und Außenraum miteinander zu verschmelzen scheinen. Hier wurde vor zwei Jahren nicht einfach ein Hotel gebaut, mit dem OLM ist ein wohlüberlegtes Konzept entstanden, inspiriert vom Zyklus der Natur und getragen von echter Nachhaltigkeit.
Im Kreis gedacht
Dass das OLM Ende letzten Jahres von Gault&Millau als „Hotel des Jahres 2026“ ausgezeichnet wurde, überrascht nicht, denn das Haus setzt seine Philosophie konsequent und bis ins Detail um: Energie aus Photovoltaik, Wasserkraft und Erdwärme, CO2-neutraler und energieautarker Betrieb und GSTC-Zertifizierung zeigen, dass Nachhaltigkeit hier nicht als Trend verstanden wird, sondern als echte Verantwortung.
Die Atmosphäre im Haus ist bemerkenswert fein. Trotz moderner Architektur wirkt nichts kühl oder inszeniert. Alles fühlt sich ruhig, warm und stimmig an. Das gesamte Hotel ist ein einzigartiger Rückzugsort und jede Apartsuite für sich noch einmal mehr. Ausgestattet mit viel Holz atmet jedes der Zimmer pures, durchdachtes Design und der Wellnessbereich mit finnischer Sauna, Dampfbad, Outdoor-Panoramasauna und entspanntem Ruhebereich lohnt einen Besuch auch dann, wenn man in einer der Apartsuiten mit privater Sauna eingebucht ist. In den Hängeliegen auf den Balkonen lässt sich glatt ein ganzer Tag verschaukeln. Hat man ein Zimmer mit Balkon zur Außenseite, kann man mit ein bisschen Glück den hauseigenen OLM-Schafen beim Grasen zusehen. Die Umgebung ist derart ruhig, dass man sogar hören kann, wie sie die Gräser aus der Wiese zupfen.
Auch in Sachen Kulinarik setzt des OLM auf Freiheit statt starrer Routinen. Gebucht werden die Zimmer jeweils mit Frühstück, abends hat man die Wahl und bleibt entweder im Hotel, in dem im hauseigenen PRENN° dienstags und freitags ein preislich wirklich faires Viergangmenü von Küchenchef Berni Aichner serviert wird und an den anderen Tagen Foodsharing-Konzepte und hochwertige Buffets zur Auswahl stehen (sollten Sie dort Rippchen finden – unbedingt zugreifen!), oder man begibt sich zum Dine Around in die Umgebung. Die Auswahl ist riesig. Alternativ zieht man sich zum In-Room-Dining zurück und versorgt sich selbst. An der Rezeption gibt es einen Shop mit feinen Produkten, auch alle Weine von der PRENN-Karte sind dort zu haben. Auch die PRENN° Bar ist mir ihrer kreativen Karte und teils unkonventionellen Drinks eine echte Empfehlung.
Gastgeberin Astrid Hellweger ist es gelungen, ein Haus mit Atmosphäre und Haltung zu schaffen – und dafür Mitarbeiter*innen zu gewinnen, die dieses Konzept vollumfänglich mittragen. Das junge Team bringt eine natürliche Herzlichkeit mit, die perfekt hierher passt. Unaufgeregt, aufmerksam, authentisch und charmant. Eindrücke sammeln unter www.olm.it.
Text: Marina Bernardi
Fotos: Hannes Niederkofler, Kottersteger

